Was ist Christentum?

von

Joel Stephen Williams, MTh, PhD

übersetzt von

René Voser

Gemeinde Christi

St. Gallen, Schweiz

Copyright © 1997

by Joel Stephen Williams

All rights reserved

Deutsche Übersetzung

Copyright © 2014

von René Voser

Alle Rechte vorbehalten

Alle Bibelzitate stammen aus der Neuen Zürcher Bibel von © 2007 Theologischer Verlag Zürich.

Der Leser wird ermutigt ein Neues Testament zur Hand zu nehmen oder eine vollständige Bibel um die angegebenen Schriftstellen selbst nachschlagen zu können. Da das Neue Testament ursprünglich in Griechisch geschrieben wurde, ist die einzige Quelle, die neben der Bibel zitiert wird ein griechisches Wörterbuch von Walter Bauer (Wörterbuch zum Neuen Testament, 6. Auflage).

Inhaltsverzeichnis

Seiten

Das Bedürfnis nach Erlösung

Der Erlöser aus dem Himmel

Die Geburt Christi

Das Leben Christi

Die Lehre Christi

Die Sündlosigkeit Christi

Das Sühnemittel

Die Auferstehung Christi

Durch Gnade gerettet

Der Glaube

Die Umkehr

Der Gehorsam

Der freie Wille

Die Taufe

Das christliche Leben

Die Gemeinde

Dienen und Werben für Christus

Die Anbetung

Die Zukunft

Die Dreieinigkeit

Der Heilige Geist und die Wunder

Die heiligen Schriften

Zusammenfassung

Was ist biblisches Christentum?

Was verstehen Sie unter dem Christentum? Der Zweck dieses Buchs ist das Christentum mit einfachen Begriffen zu erklären und zu zeigen, wie Sie Christ werden. Es geht dabei um eine ehrliche Antwort auf die Frage: Was soll ich glauben und wie soll ich meinen Glauben täglich leben? Das Christentum, von dem Sie in den folgenden Zeilen lesen, soll Ihnen Aufschluss geben über das Leben der Christen im apostolischen Zeitalter des ersten Jahrhunderts. Dabei werden die biblischen Aussagen über das christliche Leben sorgfältig untersucht. Ziel ist es, das Christentum in seiner ursprünglichen Form, ohne zusätzliche Traditionen von Menschen, neu zu entdecken. Während gewisse menschliche Traditionen in den letzten 2’000 Jahren harmlos waren, gibt es doch einige große Irrtümer, die in Zukunft vermieden werden sollten.

Viele Menschen sind heute verunsichert bezüglich dem Christentum, weil es mit Traditionen verbunden ist, welche die Bibel gar nicht lehrt. Vielleicht haben auch Sie ein Vorurteil gegen das Christentum, weil es durch mangelhafte Vorbilder repräsentiert wird. Umso mehr sollten Sie dieses Buch lesen, das Ihnen Einblicke ins wirkliche Christentum schenkt wie es ursprünglich von Gott gedacht war. Bitte beurteilen Sie das Christentum nicht anhand der menschlichen Fehlversuche, sondern allein anhand des Neuen Testaments, das noch heute der Standard für die christliche Gemeinde ist! Viele, die sich Christen nennen, leben, lehren und beten aus verschiedenen Gründen einen Gott an, den sich nicht kennen. Die Meisten sind unkundig, oder einfach unwissend bezüglich der göttlichen Wahrheit. Einige wurden von falschen Lehrern irregeführt. Andere sind Heuchler, weil sie sich nicht an das halten was sie glauben und wieder andere meinen es zwar ehrlich, aber machen viele Fehler, wie alle Menschen. Bitte weisen Sie das Christentum nicht von sich, nur weil Sie Menschen kennen, die sich als Christen ausgeben, aber ein schlechtes Vorbild sind! Wenn Sie auf Jesus Christus schauen, dem Gründer des christlichen Glaubens, dann werden Sie nicht enttäuscht. Denn Jesus Christus war ohne Sünde, im Gegensatz zu seinen Nachfolgern.

Das Bedürfnis nach Erlösung

Das Christentum ist eine Religion von Menschen, die „Christen” genannt wurden (Apg. 11,26; 26,28; 1. Petr. 4,16). Ein Christ ist einfach ein Nachfolger Jesu aus Nazaret, der Christus oder Messias genannt wurde von denen, die an ihn glaubten. Warum sollte jemand Christ sein? Die Antwort zu dieser Frage ist die Erlösung von unseren Sünden. Um die Notwendigkeit unserer Erlösung zu verstehen, lassen Sie uns zuerst sehen, was es bedeutet ein menschliches Wesen zu sein, das vor Gott verantwortlich und rechenschaftspflichtig ist.

Menschliche Wesen sind mehr als physische Kreaturen wie zum Beispiel die Tiere. Wir Menschen besitzen einen „Geist” oder eine „Seele”, was aus uns geistige Kreaturen macht (Apg. 7,59; 1. Kor. 2,11; 1. Thess. 5,23; Jak. 2,26). Im Anfang schuf Gott alles (Gen. 1,1), aber Er schuf den Menschen „nach seinem Bild” (Gen. 1,26-27; Kol. 3,10; Jak. 3,9). Das bedeutet, dass Gott uns die Fähigkeit gab zu denken und zu überlegen. Wir besitzen die Fähigkeit geistige Dinge zu verstehen und an das höchste existierende Wesen zu glauben, das „Gott” genannt wird. Wir sind fähig gut und böse zu unterscheiden, uns schuldig zu fühlen, so wie zu verstehen, was ehrenwert und großzügig ist. Wir können Ehrfurcht empfinden, wenn wir über den allmächtigen Gott nachdenken. Wir sind auch fähig anzubeten, und es darf gesagt werden, dass überall in der Welt unter allen Rassen und Klassen von Menschen, ein Drang besteht ein höheres Wesen zu verehren. Wenn wir nach dem vollkommenen und heiligen Gott streben, dann sind wir fähig ein besseres Leben zu führen (Mt. 5,48; Eph. 4,21-23; 1. Petr. 1,14-16).

Als der Apostel Paulus im griechischen Athen predigte lobte er die Menschen als „besonders fromme Leute!“ (Apg. 17,22). Sie besaßen Altäre und andere Dinge, um ihre vielen Götter zu verehren. Um sicher zu sein, dass sie keinen Gott vergaßen, bauten sie sogar einen Altar mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott“ (Apg. 17,23). Deshalb begann Paulus den Einwohnern von Athen den einzig wahren Gott zu verkündigen mit den Worten:

„Der Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind, er lässt sich auch nicht von Menschenhänden dienen, als ob er etwas nötig hätte; er ist es ja, der allen Leben und Atem und überhaupt alles gibt. Aus einem einzigen Menschen hat er das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die Erde bewohne, so weit sie reicht. Er hat ihnen feste Zeiten bestimmt und die Grenzen ihrer Wohnstätten festgelegt, damit sie Gott suchen, indem sie sich fragen, ob er denn nicht zu spüren und zu finden sei; denn er ist ja jedem einzelnen unter uns nicht fern. In ihm nämlich leben, weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: Ja, wir sind auch von seinem Geschlecht” (Apg. 17,24-28).

Weil Gott unser Schöpfer ist, sind wir IHM auch verantwortlich (Jes. 43,7; Offb. 4,11). Paulus verkündete den Athenern, dass sie von diesem Gott einmal gerichtet werden: „Über die Zeiten der Unwissenheit sieht Gott nun hinweg und ruft jetzt alle Menschen überall auf Erden zur Umkehr“ (Apg. 17,30). Weil Gott uns Menschen die Fähigkeit zum Nachdenken gegeben hat so dass wir Recht von Unrecht unterscheiden können sind wir IHM verantwortlich. Paulus sprach von Menschen, die kein geschriebenes Gesetz Gottes kannten. Trotzdem wussten sie durch „ihr Gewissen“, was das Gesetz verlangte (Röm. 2,14). Der Mensch ist also fähig, Gottes Existenz zu begreifen (Ps. 19,1-6; Röm. 1,19-20) und gut und böse zu unterscheiden. Deshalb wird er auch diesem Gott einmal Rechenschaft ablegen müssen über seine Gedanken, seine Werke und sein ganzes Leben (Apg. 10,42; Röm. 2,16; 1. Kor. 4,5).

Die traurige Tatsache ist, dass alle mündigen Menschen, die gut und böse unterscheiden können, gesündigt haben. Sünde ist alles, was im Gegensatz zu Gottes Willen steht. Es ist „Gesetzlosigkeit“ (1. Joh. 3,4). „Jede Ungerechtigkeit ist Sünde“ (1. Joh. 5,17). Gut und böse wird nicht willkürlich von Gott bestimmt. Alles, was mit dem guten und vollkommenen Gott vereinbart werden kann ist richtig und alles, was mit Gott nicht vereinbart werden kann, ist falsch. Gott ist Liebe, demzufolge ist jemand der nicht liebt sündhaft (1. Joh. 4,8.16). Aufrichtigkeit hat mit Gott zu tun, weil Gott niemals lügt (Tit. 1,2). So gibt es vieles im Neuen Testament das uns hilft die Sünde besser zu verstehen. Im Römer schrieb Paulus über die Sünder:

„Sie strotzen vor Unrecht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, sie sind voller Neid, Mord, Zank, Arglist, Verschlagenheit; Ohrenbläser sind sie, Verleumder, Gotthasser, Frevler, Angeber, Prahler, erfinderisch im Bösen, ungehorsam den Eltern, gedankenlos, haltlos, lieblos, ohne Erbarmen” (Röm. 1,29-31).

An einer andern Stelle listet Paulus weitere Sünden auf, die er als „Werke des Fleisches“ bezeichnet: „Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Eigennutz, Zwietracht, Parteiung, Missgunst, Trunkenheit, Übermut und dergleichen mehr“ (Gal. 5,19-21). Paulus zählt diese Werke als Beispiel auf, um zu sagen, dass die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht erben werden, außer sie kehren um und lassen sich bekehren. Diese Liste beinhaltet auch Unzüchtige, Götzendiener, Ehebrecher, Wollüstige, Knabenbeischläfer, Diebe, Habsüchtige, Trunkenheit, Lästerer, Räuber“ (1. Kor. 6,9-10; Kol. 3,5-10; 1. Tim. 1,9-11; 2. Tim. 3,2-5; Jak. 3,14-16; 1. Petr. 2,1-2).

Niemand kann andere für seine eigenen Sünden verantwortlich machen. Wenn wir sündigen, dann lassen wir uns von unseren eigenen Begierden verführen (Jak. 1,12-15). Obschon Adam und Eva die Sünde in die Welt brachte, so werden wir niemals gezwungen zu sündigen. Wenn wir sündigen, dann deshalb, weil wir das schlechte Beispiel anderer nachahmen. Auf diese Weise kann sich die Sünde in der Menschheit ausbreiten (Röm. 5,12). Denn genauso wie alle, die Christus nachfolgen, gerettet sind, so sind auch alle verloren, die nach der sündhaften Natur Adams trachten (Röm. 5,15-21). Es gibt Religionslehrer, die verkünden fälschlicherweise, dass wir Menschen die Sünde Adams vererbt hätten und dass wir deshalb alle in Sünden geboren worden seien. Doch die Bibel lehrt etwas ganz anderes. Jeder Mensch ist selbst verantwortlich vor Gott für das, was er getan oder unterlassen hat. Kinder können nicht als schuldig verurteilt werden für die Sünden ihrer Vorfahren, oder für die Sünde Adams. Genauso werden auch Eltern nicht verurteilt von Gott für die Sünden ihrer Kinder (Jer. 31,29-30; Ez. 18,1-20). Jeder Mensch ist vor Gott selbst verantwortlich für seine Taten.

Weil wir Sünder sind, Gott aber heilig und vollkommen, wurden wir durch unsere Schuld vom Herrn getrennt (Jes. 59,1-2). Adam und Eva wurden aus dem Garten Eden vertrieben, nachdem sie gesündigt hatten (Gen. 3,1-24). Genauso richtet der Herr uns, wenn wir uns versündigen. Wir alle haben uns verschuldet vor Gott, auch religiöse Menschen (Röm. 3,9). „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer“ (Röm. 3,10). „Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt“ (Röm. 3,23; 1. Joh. 1,8-10). Die verdiente Konsequenz unserer Sünde ist der Tod: „Denn der Sünde Sold ist Tod“ (Röm. 6,23; Gal. 6,7-8). Deshalb brauchen wir alle Erlösung. Wir sind verloren, weil wir alle Sünder sind. Wir sind unfähig uns selbst zu retten und deshalb sind wir hilflos (Röm. 5,6). Selbst, wenn wir uns anstrengen und dabei uns ein bisschen weniger verschulden in der Zukunft, so werden wir trotzdem noch sündigen. Zudem sind wir niemals im Stand die bereits begangenen Schulden abzuzahlen. Deshalb brauchen wir dringend Erlösung. Wir brauchen einen Erlöser!

Der Erlöser aus dem Himmel

Stellen Sie sich einen Mann vor, der in einem tiefen Loch festsitzt. Er ist nicht fähig herauszuklettern. Er braucht Hilfe von außen oder von oben. Er braucht jemand, der ihm ein Seil hinunterwirft oder eine Leiter auf der er hochklettern kann. Er braucht jemand, der ihn rettet. Die Menschheit steckt in einer ähnlichen Situation fest durch die Sünde. Wir brauchen jemand vom Himmel. Deshalb sandte unser großer Gott einen Retter. Es gibt nur einen Gott (Dt. 6,4; Mk. 12,29.32; 1. Kor. 8,4.6; Eph. 6,6; Jak. 2,19). Diesen Gott kennen wir als Vater, Sohn und Heiliger Geist (Mt. 28,19; 2. Kor. 13,14; Joh. 15,26). Wenn wir Gott unseren Vater nennen, dann bedeutet das nicht, dass Gott verheiratet ist und dass er mit seiner himmlischen Frau einen Sohn gezeugt hat. Der Begriff „Vater“ bedeutet, dass Gott wie ein Vater ist, der über uns wacht und sich um uns bemüht (Mt. 6,9; 7,9-11). Jesus Christus wird nicht Sohn Gottes genannt, weil Gott und seine himmlische Frau einen Sohn gebar, den sie Jesus nannten. Jesus wird nicht Sohn Gottes genannt weil der Vater älter ist als der Sohn. Jesus wird Sohn Gottes genannt weil er sich dem Gott-Vater unterwarf wie ein menschlicher Sohn sich seinem Vater unterwerfen sollte (Joh. 4,34; 5,30; 6,38). Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind ewig und von göttlicher Natur. Sie bilden die dreieinige Gottheit.

Das bedeutet, dass unser Erlöser, Jesus Christus, keinen Anfang hatte und dass seine Existenz nicht mit seiner Geburt auf dieser Welt begann. Jesus lebte lange vor Abraham (Joh. 8,58). Er lebte bevor diese Welt geschaffen wurde (Joh. 1,3; Kol. 1,15-16; Heb. 1,2). Das wird als die Präexistenz Christi bezeichnet (Joh. 3,13; 8,23; 17,5.24; 18,37). Unser Erlöser, Jesus Christus, lebt seit ewigen Zeiten. Er existierte schon immer und wird immer existieren (Offb. 1,8.17; 21,6; 22,13; Joh. 1,1; Heb. 13,8). Obschon er im Himmel war wo ihm eine Vielzahl von Engeln dienten kam er vorübergehend auf diese Welt um uns zu erlösen (2. Kor. 8,9). Paulus erklärt diese wunderbare frohe Botschaft, die das Christentum so einzigartig macht folgendermaßen:

„Seid so gesinnt, wie es eurem Stand in Christus Jesus entspricht: Er, der doch von göttlichem Wesen war, hielt nicht wie an einer Beute daran fest, Gott gleich zu sein, sondern gab es preis und nahm auf sich das Dasein eines Sklaven, wurde den Menschen ähnlich, in seiner Erscheinung wie ein Mensch“ (Phil. 2,5-7).

Die in Sünde gefallene Menschheit brauchte einen Erlöser. Statt von uns das Unmögliche zu verlangen, nämlich; dass wir alle für unsere eigene Sünden bezahlen, sandte Gott seinen einziggeborenen Sohn in diese Welt, um das Problem der Sünde für uns zu lösen (Joh. 3,16). Deshalb wird die christliche Botschaft auch „Evangelium” (frohe Botschaft) bezeichnet (Mk. 1,1; 16,15; Röm. 1,16; Eph. 1,13; 1. Tim. 1,11). Es ist eine frohe Botschaft die sagt, dass unsere Situation nicht hoffnungslos ist. Gott sandte uns einen Erlöser, um uns von unseren Sünden zu retten. Das Heil kam vom Himmel zu uns Menschen in der Person Jesu Christi dem Sohn Gottes.

Die Geburt Christi

Damit der Sohn Gottes unser Erlöser sein konnte, geschah schon bei seiner Geburt etwas ganz besonderes. Gott wählte Maria und Joseph aus, die aus jüdischer Familie stammten, um Eltern dieses besonderen Kindes zu sein. Maria und Joseph waren verlobt, d. h. sie waren einander versprochen als Ehemann und Ehefrau, doch weil sie noch nicht verheiratet waren, lebten sie nicht im selben Haushalt und pflegten auch keinen sexuellen Umgang miteinander (Mt. 1,18-25). Maria war eine Jungfrau (Lk. 1,26-34). Gott schuf dieses Kind im Bauch der Mutter durch den Heiligen Geist (Mt. 1,20; Lk. 1,35). Deshalb hatte Jesus bis zu einem gewissen Grad eine leibliche Mutter, aber nur einen geistigen Vater; Gott (Gal. 4,4; Röm. 1,3; Lk. 1,35).

Der dafür am meisten verwendete Begriff der diesen ganzen Prozess beschreibt lautet „Inkarnation“. Das bedeutet, dass der Sohn Gottes ein menschliches Wesen aus Fleisch und Blut wurde. Der Apostel Johannes gebraucht den Begriff „das Wort“, um Jesu Fleischwerdung zu beschreiben: „Im Anfang war das Wort, der Logos, und der Logos war bei Gott, und von Gottes Wesen war der Logos. Dieser war im Anfang bei Gott... Und das Wort, der Logos, wurde Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh. 1,1.14; vergl. Röm. 8,3; 1. Tim. 3,16; 1. Joh. 4,2; 2. Joh. 7). Damit Jesus uns retten konnte, musste er zuerst einmal werden wie wir (Heb. 2,14.17).

Jesus Christus ist einzigartig in vielerlei Hinsicht. Besonders wichtig sind jedoch seine menschlichen und seine göttlichen Eigenschaften in einem einzigen Wesen. Als Jesus auf dieser Welt lebte, war ein menschliches Wesen. Er wurde von einem Menschen geboren und stammte von einem Menschen ab (Mt. 1,1-17; Röm. 1,3; 9,5). Er ging auch durch einen normalen Wachstumsprozess wie alle Menschen. Er war ein kleines Kind, das erwachsen wurde (Lk. 2,40). Er hatte alle physischen Bedürfnisse, die ein normaler Mensch auch hat, nämlich das Bedürfnis nach Nahrung, Wasser usw. Er hatte auch das Bedürfnis zu beten (Mt. 4,2; 8,24; 14,23; Joh. 4,5-7; 19,28). Jesus hatte aber auch Gefühle wie z. B. Freude, Trauer, Zorn, Liebe und Mitgefühl (Mt. 9,36; 26,37; Mk. 3,5; 10,21; Lk. 10,21; Joh. 12,27; 15,11). Jesus konnte auch weinen (Joh. 11,35) und wurde versucht wie ein Mensch (Mt. 4,1-11; Lk. 4,1-13; Heb. 4,15). Er konnte Schmerzen empfinden und erfuhr den Tod wie alle Menschen (1. Petr. 3,18; 4,1). Ja, Jesus war tatsächlich ein menschliches Wesen.

Gleichzeitig war Jesus aber auch von göttlicher Natur (Joh. 10,30). Er wird nicht nur als „Herr“ und „Sohn Gottes“ bezeichnet (Joh. 10,25-33; Lk. 2,11; Offb. 4,8-11; 19,16), sondern auch „Gott“ (Joh. 1,1; 20,28 und Röm. 9,5; Tit. 2,13; Heb. 1,8; 2. Petr. 1,1). Obschon Jesus Christus als Gottheit seine Macht nicht in vollem Maß einsetzte, war er dennoch im Besitz göttlicher Fähigkeiten (Kol. 1,15.19; 2,9). Jesus Christus war Gott und Mensch zur selben Zeit. Wenn schwarze und weiße Farbe vermischt werden entsteht grau. Doch Jesus war nicht eine Mischung von Gott und Mensch. Er war auch kein Engel. Jesus war Hundertprozent Gott und gleichzeitig Hundertprozent Mensch.

Weil Jesus Gott und zugleich Mensch war, ist er der perfekte Erlöser. Er repräsentiert oder vermittelt beide Seiten im Bund zwischen Gott und den Menschen (1. Tim. 2,5-6). Als Mensch konnte er die Schulden unserer Sünden zahlen. Als Gott war er ein würdiges und vollkommenes Opfer, um unsere Sünden zu zahlen. Wir werden uns später noch detaillierter mit der Versöhnung auseinandersetzen. Wichtig ist zu wissen, dass dies Gottes Plan war bevor die Welt entstand (1. Petr. 1,20). Jesus war Gott und Mensch, als er in diese Welt geboren wurde. Er hatte eine menschliche Mutter und einen himmlischen Vater. Unser Erlöser kam vom Himmel als der Sohn Gottes. So wurde es den Hirten verkündigt: „Euch wurde heute der Retter geboren, der Gesalbte, der Herr, in der Stadt Davids“ (Lk. 2,11).

Das Leben Christi

Wenn Sie nicht sehr viel über das Leben Jesu wissen, dann sollten Sie die vier Evangelien lesen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Diese vier Dokumente bestätigen die Geburt Jesu (Mt. 1,1-2,12; Lk. 1,26-2,20). In einem Evangelium lesen wir erst von Jesus, als er zwölf Jahre alt war (Lk. 2,41-52). Alle vier Evangelien betonen jedoch die letzten drei Lebensjahre Jesu, als er in der Öffentlichkeit stand. Nachdem Jesus dreißig Jahre alt geworden war, predigte und lehrte er die Menschen den Willen Gottes. Er zog viele Nachfolger an, auserwählte aus ihnen Zwölf, die er Apostel nannte und betraute sie mit der weltweiten Verkündigung des Evangeliums über seinen Tod hinaus.

Jesus vollbrachte viele Wunder, die bestätigen, dass Gott mit ihm war in allem was er sprach und tat (Joh. 2,11; 5,36; 10,25.37-38; 14,11; Lk. 7,20-22; Mt. 9,1-8; Heb. 2,4). Von den vielen Wundern, die Jesus in seinem Leben bewirkte, wurden nur wenige in den vier Evangelien aufgeschrieben: „Diese hier aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und dadurch, dass ihr glaubt, Leben habt in seinem Namen” (Joh. 20,30-31). Die folgende Liste enthält die Wunder Jesu in den vier Evangelien:

1. Verwandelt Wasser zu Wein (Joh. 2,1-11)

2. Heilt einen Sohn eines königlichen Beamten (Joh. 4,46-54)

3. Heilt ein Mann in einer Synagoge (Mk. 1,23-26; Lk. 4,33-35)

4. Heilt Peters Schwiegermutter (Mt. 8,14-15; Mk. 1,30-31; Lk. 4,38-39)

5. Befiehlt den ersten großen Fischfang (Lk. 5,1-11)

6. Heilt einen Aussätzigen (Mt. 8,2-4; Mk. 1,40-42; Lk. 5,12-13)

7. Heilt einen Gelähmten (Mt. 9,2-7; Mk. 2,3-12; Lk. 5,18-25)

8. Heilt einen kranken Mann am Teich von Bethesda (Joh. 5,1-9)

9. Heilt einen behinderten Mann mit einer verkrümmten Hand (Mt. 12,10-13; Mk. 3,1-5; Lk. 6,6-10)

10. Heilt den Knecht eines Hauptmanns in Kafarnaum (Mt. 8,5-13; Lk. 7,1-10)

11. Auferweckt einen jungen Mann in Nain vom Tod (Lk. 7,11-15)

12. Heilt zwei Blinde (Mt. 9,27-31)

13. Beruhigt einen Seesturm (Mt. 8,23-27; Mk. 4,37-41; Lk. 8,22-25)

14. Heilt einen Mann, der von einem Dämon besessen war (Mt. 8,28-34; Mk. 5,1-15; Lk. 8,27-35)

15. Heilt eine Frau, die an Blutungen litt (Mt. 9,20-22; Mk. 5,25-29; Lk. 8,43-48)

16. Auferweckt die Tochter des Jairus vom Tod (Mt. 9,18-19.23-25; Mk. 5,22-24.38-42; Lk. 8,41-42.49-56)

17. Heilt einen Stummen, der von einem Dämon besessen war (Mt. 9,32-33)

18. Speist 5’000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen (Mt. 14,15-21; Mk. 6,35-44; Lk. 9,12-17; Joh. 6,5-13)

19. Wandelt auf dem Wasser (Mt. 14,25; Mk. 6,48-51; Joh. 6,19-21)

20. Heilt die Tochter einer kanaanäischen Frau (Mt. 15,21-38; Mk. 7,24-30)

21. Heilt einen Taubstummen (Mk. 7,31-37)

22. Speist 4’000 Menschen mit sieben Broten und ein paar Fischen (Mt. 15,32-38; Mk. 8,1-9)

23. Heilt einen Blinden (Mk. 8,22-26)

24. Heilt einen Knaben, der von einem Dämon besessen war (Mt. 17,14-18; Mk. 9,17-19; Lk. 9,38-43)

25. Lässt einen Fisch fischen mit einem Vierdrachmenstück im Mund (Mt. 17,24-27)

26. Heilt einen von Geburt blinden Mann (Joh. 9,1-41)

27. Heilt einen Tauben und einen Blinden (Mt. 12,22; Lk. 11,14)

28. Heilt eine verkrümmte Frau (Lk. 13,11-13)

29. Heilt einen Wassersüchtigen (Lk. 14,1-4)

30. Auferweckt Lazarus von den Toten (Joh. 11,1-44)

31. Heilt zehn Aussätzige (Lk. 17,11-19)

32. Heilt zwei Blinde (Mt. 20,29-34; Mk. 10,46-52; Lk. 18,35-43)

33. Befiehlt einem Feigenbaum zu verdorren (Mt. 21,18-22; Mk. 11,12-14.20-25)

34. Heilt Malchus abgehauenes Ohr (Lk. 22,50-51)

35. Befiehlt den zweiten großen Fischfang (Joh. 21,1-11)

Die vier Evangelien erzählen uns auch von der Taufe Jesu (Mt. 3,13-17; Mk. 1,9-11; Lk. 3,21-22). Jesus wurde nicht etwa getauft, weil er eine Sünde getan hatte, die abgewaschen werden musste. Er ließ sich vielmehr taufen, weil er Gott gehorchte und damit alle Gerechtigkeit erfüllte (Mt. 3,15). Jesus wurde uns Menschen gleich, um uns von den Sünden zu erlösen. Bei seiner Taufe sprach eine Stimme aus dem Himmel: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe” (Mt. 3,17). Kurz nach seiner Taufe erzählen die Evangelien von der Versuchung Jesu (Mt. 4,1-11; Lk. 4,1-13). Ein wichtiges Ereignis im Leben Jesu war seine „Verklärung“ (Mt. 17,1-8; Mk. 9,2-10; Lk. 9,28-36; 2. Petr. 1,16-18). Dabei wurde Jesus vor den Augen der drei Jünger (Petrus, Jakobus und Johannes) verwandelt. Seine ganze Erscheinung strahlte hell wie die Sonne und verkörperte damit seine Göttlichkeit. Eine Stimme vom Himmel sprach aus einer Wolke: „Dies ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören!“ (Mk. 9,7). Am Ende seine Lebens lesen wir von seinem triumphalen Einzug in Jerusalem (Mt. 21,1-11; Lk. 19,28-40; Joh. 12,12-19), von der Tempelreinigung (Mt. 21,12-17; Mk. 11,15-19; Lk. 19,45-48), seiner Inhaftierung, seinen Leiden, seiner Kreuzigung und Auferstehung (Mt. 26,36-28,10; Mk. 14,32-16,18; Lk. 22,39-24,49; Joh. 18,1-21,14).

Die Lehre Christi

Christen weisen auf Jesus hin, dem großen Lehrer. So viel wir wissen, genoss Jesus keine Grundschulen (Joh. 7,15). Trotzdem war er fähig, die Menschen so zu lehren, dass sie ergriffen waren (Joh. 7,46). Jesus lehrte oft in Gleichnissen oder Geschichten, die das Leben schrieb. Das macht seine Lehren so interessant. Er gebrauchte Beispiele aus dem täglichen Leben, mit denen sich seine Zuhörer identifizieren konnten. Im Gegensatz zu den meisten Lehrern die an einen Punkt angelangen an dem sie selbst den praktischen Anforderungen nicht mehr genügen (Mt. 23,3), lebte Jesus alles, was er predigte. Er lehrte das Volk mit großer Macht (Joh. 3,34; 7,16; Mt. 7,28-29). Er musste sich nicht auf Aussagen von Menschen stützen, um seine Behauptungen zu untermauern, sondern konnte ganz einfach die Worte gebrauchen: „Ich aber sage euch“ (Mt. 5,22.28.32.34.39.44). Jesus lehrte nicht nur die Wahrheit, sondern er selbst war die Wahrheit (Joh. 14,6). Der Lebensstil den Jesus lehrte, macht uns glücklich (Joh. 10,10; Mt. 5,3-12). Viele Psychologen haben entdeckt, dass das was sie den Menschen beibringen wollen, um ein glücklicheres Leben führen zu können, die Lebensprinzipien sind, die Jesus den Menschen schon Jahrtausende vor ihnen lehrte.

Die Gleichnisse Jesu sind besonders beachtenswert, weil sie auf den Punkt gebracht aus dem praktischen Leben gezogen wurden. Zum Beispiel, die drei Gleichnisse im Lukas 15: Vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Geldstück und vom verlorenen Sohn. Diese Gleichnisse erzählen, wie sehr Gott uns sucht, als seine verlorenen Kinder. Er möchte nichts anderes, als dass wir heimkommen, damit er uns freudig empfangen kann. Lesen Sie auch das Gleichnis vom guten Hirt in Johannes 10! Einige der ganz großen Botschaften Jesu wurden im Matthäusevangelium zusammengestellt. Bitte lesen Sie die folgenden drei Abschnitte und auch Sie werden erkennen, weshalb Jesus richtigerweise der Meisterlehrer genannt wird.

1. Die Bergpredigt (Mt. 5,1-7,28)

2. Gleichnisse des Himmelreichs (Mt. 13,1-53)

3. Leben im Reich Gottes (Mt. 23,1-35)

Die ethischen und moralischen Lehren Christi sind die größten, die die Welt je kannte. Der ethische Standard, den Jesus lehrte, bestand nicht bloß aus äußerlichen Regeln und Geboten. Jesus sprach das Herz der Menschen an (Mt. 23,1-28). Jemand umzubringen ist falsch, aber Jesus ging viel weiter, indem er lehrte, dass Hass und Zorn aus unseren Herzen beseitigt werden sollen, damit der Gedanke jemand umzubringen gar nicht erst aufkommt (Mt. 5,21-26). Ehebruch ist falsch, aber Jesus ging viel weiter, indem er lehrte, dass wir vor den fleischlichen Lüsten fliehen sollen (Mt. 5,27-30). Jesus lehrte, dass wir uns um gute Werke bemühen sollen und zwar mit der richtigen Einstellung, ohne etwas zurück zu erwarten (Mt. 6,1-6.16-18). Ein gutes Werk, das aus egoistischen Motiven getan wird, verliert seinen edlen Charakter. Jesus lehrte vieles über „das Reich Gottes“ (Mk. 1,14-15; Mt. 13,1-53). Meistens bezieht sich dieser Begriff auf die Herrschaft Gottes. Wenn Jesus vom Erbe des Reichs spricht, dann meint er damit das ewige Himmelreich (Mt. 25,34). Die Grundvoraussetzung für diese Erbschaft ist, dass wir uns Gott, dem König, unterwerfen und ihm gehorchen (Mt. 6,10). Jesus betonte die Reue, die Demut und der Dienst an andere (Mk. 1,15; 9,35; 10,15; Lk. 22,25-27).

Jesus betonte sehr stark die Liebe als Schlüssel zum besseren Leben. Mit „Liebe“ meinte er nicht bloß, dass wir ein gutes Gefühl entwickeln sollen, indem wir jemanden mögen. Diese Liebe, von der Jesus sprach ist vor allem dann aktiv, wenn vom Gegenüber nichts zurückkommt. Deshalb weist Jesus auf die Feindesliebe (Mt. 5,43-48). Jeder kann höflich sein, wenn er höflich behandelt wird. Das ist keine Kunst. Aber wer kann dann noch höflich sein, wenn ein Andrer ihm feindlich gesinnt ist? Jesus lehrte seine Jünger „einander zu lieben“ (Joh. 13,34; Joh. 15,10; 1. Joh. 5,3; 2. Joh. 6). Die Liebe ist das größte Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt. 22,37-39; Mk. 12,29-30; Lk. 10,27; Dt. 6,5). Gleichzeitig gab Jesus uns „die goldene Regel“ des Lebens: „Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um! Denn darin besteh das Gesetz und die Propheten“ (Mt. 7,12; Lk. 6,31). Ohne Zweifel, Jesus brachte die Worte des ewigen Lebens (Joh. 6,68).

Die Sündlosigkeit Christi

Die Schriften sprechen von Jesus, der „zur Vollendung gebracht“ wurde (Heb. 5,9). Im 1. Johannesbrief 3,5 heißt es: „Sünde ist nicht in ihm.“ Damit Jesus unser Opferlamm sein konnte musste er ohne Sünde sein (Joh. 1,29; Heb. 9,14). Der Apostel Petrus sagte: „Er tat nichts, was Sünde wäre“ (1. Petr. 2,22). Der Apostel Paulus schrieb: „Den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht“ (2. Kor. 5,21). Jesus wurde auf gleiche Weise versucht wie wir, doch er blieb „ohne Sünde“ (Heb. 4,15). Er wagte es sogar seine Jünger zu fragen: „Wer von euch überführt mich der Sünde?“ (Joh. 8,46). Jesus war wahrhaft der heilige und gerechte Gottes (Apg. 3,14). Jesus war sündlos, weil er nie etwas Böses oder Falsches tat und weil er nur vollkommen und gerecht lebte (Apg. 10,38).

Diese Tatsache der Sündlosigkeit Jesu wurde von verschiedenen Menschen bestätigt. Menschen, die einerseits zu Jesus standen und Menschen, die einfach nur zugeben mussten, dass Jesus gerecht war und keine Sünde an ihm fanden. Hier ist ein Überblick von Aussagen, die das in der Bibel bestätigen:

1. Mitfühlende Zeugen

A. Petrus: Lk. 5,8; 1. Petr. 1,19; 2,22; 3,18; Joh. 6,69; Apg. 3,14

B. Johannes: 1. Joh. 2,1.29; 3,5.7; Apg. 4,27

C. Paulus: 2. Kor. 5,21

D. Der Schreiber des Hebräerbriefs: Heb. 2,10; 4,15; 5,8-9; 7,26.28; 9,14

E. Stephanus: Apg. 7,52

F. Ananias: Apg. 22,14

G. Die ersten Christen: Apg. 4,30

H. Der Engel Gabriel: Lk. 1,35

2. Verständnislose Zeugen

A. Jüdische Führer: Mt. 26,55-59; Mk. 14,48-56; Lk. 22,52-53; Joh. 18,20-21

B. Judas: Mt. 27,4

C. Die Dämonen: Mk. 1,24; Lk. 4,34

3. Zufällige Zeugen

A. Pilatus: Mt. 27,18.23-24; Mk. 15,14; Lk. 23,4.14-15.22; Joh. 18,38; 19,4-6

B. Die Frau des Pilatus: Mt. 27,19

C. Der Dieb am Kreuz: Lk. 23,41

D. Der römische Hauptmann: Lk. 23,37

4. Jesu eigene Zeugenaussagen

A. Joh. 8,46; 14,30; 15,25; 18,23

B. Sein vollkommener Gehorsam: Joh. 4,34; 5,30; 6,38; 7,18; 8,29.55; 15,10; 17,4; Lk. 22,42; Heb. 10,5-7

Das Selbstzeugnis Jesu ist vermutlich das Wichtigste von allen. Je gerechter ein Mensch ist, desto mehr ist er sich die kleinsten Fehler in seinem Leben bewusst. Je sündhafter ein Mensch ist, desto mehr tendiert er dazu, seine Fehler herunterzuspielen oder gar zu leugnen. Jesus war sich keiner Sünde bewusst. Entweder machte er die arroganteste Behauptung, die je ein Mensch auf Erden machte, oder es war die Wahrheit. Entweder war Jesus ein Verrückter, ein Lügner, oder der Herr. Alle andern Aussagen bestätigen die Sündlosigkeit Jesu. Christen glauben, dass Jesus vollkommen und ohne Sünde war. Wie wichtig diese Tatsache ist, sehen wir im kommenden Abschnitt.

Das Sühnemittel

Der Begriff „Sühne“ bezieht sich auf die Vergebung der Sünde die durch den Tod Jesu am Kreuz vollbracht wurde. Falls Sie über die schrecklichen Leiden und den Tod Jesu am Kreuz noch nie gelesen haben dann lesen Sie doch bitte die vorgeschlagenen Abschnitte in den Evangelien (Mt. 27,27-52; Mk. 15,16-39; Lk. 23,26-48; Joh. 19,16-37). Durch die vielen Opferungen, die der Herr den Juden während des mosaischen Zeitalters gab, wurde die Menschheit vorbereitet, die Sühnung Christi zu verstehen (Röm. 15,4; 1. Kor. 10,6). Die Israeliten wurden zum Beispiel angewiesen ein einjähriges männliches Lamm ohne Fehler zu schlachten und das Blut an die Türpfosten zu streichen (Ex. 12,5-7). Als der Würgengel des Herrn an den Häusern vorbeiging, tötete er alle erstgeborenen Söhne Ägyptens, doch die erstgeborenen Söhne Israels verschonte er, weil das Blut an den Türpfosten sie schützte. Erst viel später in der Geschichte zeigt Gott allen Menschen wie sie dem ewigen Tod entrinnen können, wenn sie das Blut Jesu an ihre Herzen streichen.

Ein anderes alttestamentliches Beispiel der Sühnung wird uns durch den jüdischen Versöhnungstag erklärt. Die Juden nahmen zwei Ziegen. Eine Ziege wurde geschlachtet und ihr Blut im Tempel besprengt. Auf die andere Ziege legte der Hohe Priester seine Hand und bekannte die Sünden des Volkes. Damit übertrug er symbolisch die Sünden auf den unschuldigen Ziegenbock. Anschließend wurde diese Ziege in die Wüste gejagt. So verstanden die Menschen damals, dass ihre Sünden auf diese Weise hinweggenommen worden waren. Diese Handlungen hatten eine erläuternde Funktion für die Menschheit. „Durch Blut wird nach dem Gesetz beinahe alles gereinigt; und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung“ (Heb. 9,22). Jesus Christus ist unser Sühnopfer, unser Sündenbock, der unsere Sünden auf sich geladen hat und sie wegtrug (1. Petr. 2,24): „Er selbst hat unsere Sünden getragen am eigenen Leib ans Holz hinauf, damit wir den Sünden absterben und der Gerechtigkeit leben; durch seine Striemen wurdet ihr geheilt.“

Die Opfer im Alten Testament die meist Tieropfer waren stellten für das Problem der Sünde der Menschen keine vollständige Lösung dar. Dazu waren sie von Gott auch nicht gedacht, sondern bloß als eine vorübergehende Lösung bis der Sohn in die Welt kam (Gal. 3.23-25; 4,4). Sie waren dazu gedacht, den Menschen den Glauben und den Gehorsam an Gottes Verheißungen zu fördern. Sie waren gedacht, um uns Menschen Gottes Konzept über das wahre Sühnopfer aufzuzeigen. Der Schreiber des Hebräerbriefs erklärt (Heb. 10,4): „Denn es ist unmöglich, dass das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnimmt.“ Nur das Blut Jesu und sein unschuldiges Opfer am Kreuz vermag die Sünden der Welt hinweg zu nehmen. Als Johannes der Täufer zum ersten Mal Jesus sah sagte er (Joh. 1,29): „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Anstelle eines Tieropfers, gab Jesus sich selbst hin als einmaliges Opfer für alle Zeiten (Heb. 9,26).

Ein weiteres eindrückliches Beispiel der Sühne im Alten Testament finden wir im Jesaja 52,13 - 53,12. Diese Stelle die vom leidenden Knecht spricht ist allgemein bekannt. Sie weist auf Jesus im Neuen Testament hin (Apg. 8,32-35). Der erwähnte Knecht Gottes im Jesaja 53 ist unschuldig das heißt ohne Sünde wie Jesus (Jes. 53,7.9). Seine Leiden gehen bis in den Tod, wie die von Jesus (Jes. 53,5.8.12). Dies ist kein Zufall, sondern von Gott so geplant (Jes. 53,6.10; Apg. 2,23; 1. Petr. 1,20). Die Leiden dieses Knechts waren stellvertretend für andere, wie die von Jesus (Jes. 53,4-6.12; 2. Kor. 5,21). Schließlich waren die Leiden des Knechts auch siegreich, wie die von Jesus (Jes. 53,11-12; Röm. 8,37; 1. Kor. 15,54-57). Durch den Tod Christi finden wir den Sieg über die Sünde, den Tod und den Teufel (Heb. 2,14; Kol. 2,14-15).

Jesus sagte seinen Tod voraus mit den Worten: „Denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt. 26,28). Paulus erklärte, dass der Tod Jesu dazu bestimmt war „Sühne zu schaffen... - durch die Hingabe seines Lebens“ (Röm. 3,25). Petrus verkündigte den Christen, dass sie aus der Knechtschaft der Sünde freigekauft wurden „mit dem teuren Blut eines makellosen, unbefleckten Lammes, mit dem Blut Christi“ (1. Petr. 1,19). In der Offenbarung 5,9 steht: „...denn du bist geschlachtet worden und hast erkauft mit deinem Blut für Gott Menschen aus jedem Stamm und jeder Sprache, aus jedem Volk und jeder Nation“ (Eph. 1,7; 5,25; Mk. 10,45; Apg. 20,28; 1. Kor. 6,19-20; 1. Joh. 1,7).

Der Tod Jesu war zum Nutzen für die ganze Menschheit. Es wird fälschlicherweise gelehrt, dass Jesus nur für seine von Gott speziell Auserwählten starb. Es wird behauptet, dass die Sühnung beschränkt sei, doch die Bibel lehrt, dass Jesus für die ganze Welt starb (Joh. 1,29; 3,16-17; 4,42; 2. Kor. 5,19; 1. Joh. 2,2; 4,14). Jesus starb für „alle“ (2. Kor. 5,14; 1. Tim. 2,6; Heb. 2,9; Tit. 2,11), besonders für die Sünder (1. Tim. 1,15; Röm. 5,6-8) und für die, welche gerettet waren und doch verloren gingen (2. Petr. 2,1). Dies vereinbart sich mit dem Wesen Gottes, der will, dass alle gerettet werden (2. Petr. 3,9; 1. Tim. 2,4). Obschon Jesus für alle Menschen starb, so wollen nicht alle Menschen gerettet werden. Vergebung ist zwar für alle erhältlich, aber nicht alle wollen durch den Glauben diese Vergebung in Anspruch nehmen (1. Tim. 4,10).

Die zentrale Bedeutung des Todes Jesu für die Sühnung unserer Sünden ist die Tatsache, dass sie stellvertretend für uns geschah. Jesus war frei von Sünden, das heißt vollkommen, sündlos. Jesus hatte als einziger Mensch den Tod nicht verdient. Trotzdem starb er an unserer Stelle, indem er unsere Sünden auf sich nahm. Jesus stellte die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wieder her, indem er die Trennung, die durch unsere Sünden entstand, auflöste (Jes. 59,1-2). Der Apostel Petrus erklärt (1 Petr. 3,18): „Denn auch Christus hat gelitten, ein für alle Mal um der Sünden willen, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führe...“ Paulus erklärt die Sühnung noch detaillierter (Röm. 5,6-10):

„Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die damals noch Gottlosen gestorben. Nicht einmal für einen Gerechten will einer sterben - für eine gute Sache allenfalls mag einer sogar sein Leben aufs Spiel setzen -, Gott jedoch zeigt seine Liebe zu uns gerade dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Nun, da wir gerecht gemacht sind durch sein Blut, werden wir durch ihn erst recht bewahrt werden vor dem Zorn. Denn wenn wir, als wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, dann werden wir jetzt, da wir mit ihm versöhnt sind, erst recht gerettet werden durch seine Lebensmacht.“

Darum ist Jesus Christus die einzige Hoffnung für unsere Rettung aus der Sünde. „Und in keinem anderen ist das Heil; denn uns Menschen ist kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“ (Apg. 4,12). Niemand kommt zum Vater außer durch Jesus (Joh. 14,6).

Der Lohn der Sünde ist der Tod (Röm. 6,23), denn Gott fordert niemals den Tod eines unschuldigen Menschen. Niemals würde der Herr anordnen: „Opfert ein neugeborenes Kind für eure Sünden.“ Vielmehr kam Gott durch seinen Sohn auf diese Welt um sich selbst hinzugeben als vollkommenes und sündloses Opfer. Darin erweist Gott uns seine Liebe, dass er seinen einzigen Sohn als Opfer am Kreuz hingab für unsere Schuld (Joh. 3,16; Röm. 5,8; Eph. 5,25). Deshalb ist die christliche Verkündigung stark vom Tod Jesu am Kreuz geprägt (1. Kor. 1,23; 2,2; 15,1-4; Gal. 6,14). Als Christen sind wir dem Herrn so dankbar für sein großes Geschenk, das er uns durch seinen Sohn machte. Diese unbeschreibliche Liebe Gottes berührt uns tief und spornt uns an ein besseres Leben zu führen (Mk. 8,34-37; 1. Joh. 4,19; 2. Kor. 5,14-15; Joh. 12,32; 15,13; Phil. 2,5-8; 3,10; 1. Petr. 2,21; Heb. 12,1-3). Dabei rühmen wir uns nicht selbst oder haben das Gefühl etwas Besonderes zu sein. Wir rühmen uns nur der Herrlichkeit Christi für alles, was er für unsere Rettung getan hat (Gal. 6,14; 2. Kor. 4,5).

Die Auferstehung Christi

Nachdem Jesus am Kreuz gestorben war wurde er in einer Höhle beigelegt. Mit einem großen Stein wurde der Eingang verschlossen. Die Grabstätte wurde zusätzlich von Soldaten bewacht. Doch am ersten Tag der Woche wurde Jesus auferweckt und verließ sein Grab (Mt. 28,1-15; Mk. 16,1-18; Lk. 24,1-49; Joh. 20,1-29; Gal. 1,1; Eph. 1,20). Die Auferstehung Christi hat nichts mit der Lehre der Reinkarnation oder der Seelenwanderung zu tun. Die Bibel lehrt nirgends von mehrfachen Geburten in verschiedenen Körpern und von mehr als einem Leben. Gemäß der Bibel leben und sterben wir nur einmal (Heb. 9,27). Nach unserem Tod werden wir alle auferstehen und vor Gottes Thron erscheinen, wo wir unsere ewige Bestimmung empfangen (Joh. 5,29).

Es gibt einige Gründe weshalb Christen behaupten dass Jesus auferstand und ins Leben zurückkehrte. Zum einen war sein Grab leer. Sein Körper wurde nicht etwa gestohlen (Apg. 2,29; Mt. 28,13). Zum andern gab es auch viele Zeugen die Jesus nach seiner Auferstehung lebend gesehen hatten (Apg. 2,32; Joh. 20,27-28; 1. Kor. 15,4-7). Im Leben vieler geschah eine entscheidende Veränderung. Die Auferstehung Christi brachte viele zum Glauben und ermutigte einige das Evangelium zu predigen (Joh. 7,5; Apg. 1,14; 4,13-21; 5,42). Die bekannte Bekehrung des Saulus von Tarsus, der später als Apostel auftrat, ist das beste Beispiel dafür (1. Kor. 15,8-10; Apg. 9,1-22; 22,1-16).

Auch wir können nur mit Glauben antworten, wenn wir von der Auferstehung Christi hören (Joh. 20,27; Röm. 10,9-10). In der Taufe sterben wir, werden begraben und auferstehen mit Jesus Christus (Röm. 6,1-6; Kol. 2,12; 1. Petr. 3,21). Die Auferstehung Christi ist der Beweis seiner Gottheit, die uns anbetungsvoll auf die Knie fallen lässt (Mt. 28,9.17; Röm. 1,4; Joh. 20,28). Sie erfüllt uns mit großer Freude und Hoffnung (Mt. 28,8; Joh. 20,20; Röm. 6,9). Damit bewies Gott dass er auch uns von den Toten auferstehen lassen kann am Ende der Zeit (Röm. 8,29; 14,9; 1. Kor. 15,20.23.51-54; Eph. 2,6; Kol. 1,18; 2. Tim. 1,10; Offb. 1,5.17-18). Ohne die Auferstehung sind wir verloren und alles was wir im Glauben tun ist vergeblich (1. Kor. 15,14-19). Der Tod und die Auferstehung Christi ist der Beweis Gottes für unsere Erlösung (Röm. 4,25; 1. Petr. 3,21). Denn nur Christus hat die Macht unseren „armseligen Leib“ zu verwandeln und uns eine Heimat im Himmel zu geben (Phil. 3,10; Joh. 14,19; Röm. 8,11; 1. Kor. 6,14; 2. Kor. 4,14; 1. Thess. 4,14; 1. Petr. 1,3).

Die erste Gemeinde verkündete nicht bloß den Tod Jesu am Kreuz sondern predigte auch sehr viel über Christi Auferstehung (Apg. 2,24.31; 4,2.10; 5,30; 13,30-33.37; 26,22-23). Das ist übrigens nach wir vor der Auftrag der Gemeinde (Lk. 24,48; Apg. 1,8; 2,32; 3,15; 4,33; 5,32; 10,39-41; 13,47; 1. Kor. 11,26).

Nachdem Jesus von den Toten auferstand wurde er in den Himmel entrückt (Lk. 24,50-53; Apg. 1,6-11). Die Himmelfahrt beendete die Erscheinungen Jesu nach seiner Auferstehung. Es war die Zeit in der Jesus von seinem Vater erhöht wurde und zur Rechten Gottes auf dem himmlischen Thron Platz nahm (Apg. 2,32-36; 7,56; Kol. 3,1-2; Heb. 1,3; 8,1). Nachdem Paulus vom Tod Jesu am Kreuz sprach erklärte er was anschließend geschah (Phil. 2,9-11):

„Deshalb hat Gott ihn auch über alles erhöht und ihm den Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit im Namen Jesu sich beuge jedes Knie, all derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Weil Jesus ein sündloses Leben führte war er das vollkommene Opfer für uns. Deshalb ließ ihn Gott vom Grab auferstehen und gab ihm alle Macht im Himmel und auf Erden (Mt. 28,28). Jesus wurde zum Haupt der Gemeinde (Eph. 1,20-23; Kol. 1,16-18; Apg. 4,11; 1. Petr. 2,7; Mk. 12,10). „Gott hat ihn zu seiner Rechten erhöht und zum Fürsten und Retter gemacht“ (Apg. 5,31). Das bedeutet: Jesus lebt und seine Herrschaft ist allen Mächten überlegen. Er ist der König der Könige und der Herr der Herren (Lk. 1,32-33; Offb. 17,14; 19,16). Jesus vermag für uns im Himmel einzutreten im Gebet (Röm. 8,34; Heb. 1,3; 7,25; 8,11.34; 1. Joh. 2,1). Darum lasst uns himmelwärts blicken auf unseren Herrn und Erlöser Jesus Christus! „Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott“ (Kol. 3,1-3).

Durch Gnade gerettet

Weil wir für unsere Sünden gestraft werden müssten und den Tod verdient hätten, brachte Gott durch seine Gnade uns das Heil. Gnade ist ein unverdientes Geschenk. Die größte Geschichte welche die Gnade am besten darstellt ist die vom verlorenen Sohn (Lk. 15,11-32). Dieser Sohn nahm sein Erbe und verließ sein Zuhause. Durch einen Sünden vollen Lebensstil verschleuderte er sein ganzes Geld. Als er kein Geld mehr hatte und hungrig war entschied er nach Hause zurück zukehren um sich dort beim Vater als Knecht anstellen zu lassen. Obschon er es nicht verdiente freundlich empfangen und behandelt zu werden rannte ihm sein Vater entgegen und gab ihm alle Vorzüge eines Sohnes zurück.

Es ist unmöglich das Heil zu verdienen. Wir können unsere Sünden niemals abbezahlen. Gott ist uns auch nichts schuldig. Wir können für den Herrn arbeiten und gute Werke tun, doch dafür wurden wir auch geschaffen. Somit tun wir nichts besonderes, denn wir sind verpflichtet Gutes zu tun. Deshalb gibt es durch gute Werke keinen besonderen Verdienst bei Gott. Wir sollen vielmehr das sagen, was Jesus im Gleichnis lehrte (Lk. 17,10): „Wir sind weiter nichts als Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“ Deshalb können wir anhand der Bibel nicht gerettet werden durch unsere Werke (Gal. 2,16). Wenn wir das Heil durch gute Werke verdienen könnten, dann hätten wir schließlich ein Anrecht darauf und somit wäre es nicht mehr länger ein Gnadengeschenk Gottes (Röm. 4,1-8). Paulus sagt: „Wenn aber durch Gnade, dann nicht mehr aufgrund eigenen Tuns, da die Gnade sonst nicht mehr Gnade wäre“ (Röm. 11,5-6; 2. Tim. 1,9).

Um gerettet zu werden braucht es Demut. Wenn wir uns aber durch eigene Bemühungen selber retten könnten, dann würde uns das nicht demütig sondern hochmütig machen. Wir würden Prahlen und Angeben über die großen Taten die wir vollbracht hätten um gerettet zu sein. Deshalb können wir nur durch Gnade gerettet werden, damit niemand sich selbst rühmen kann (Röm. 3,27; Eph. 2,8-9). Der Apostel Paulus ist das beste Beispiel. Er hätte gute Gründe gehabt sich zu rühmen für alles, was er erreicht hatte im Leben (2. Kor. 11,1 - 12,13). Doch Paulus sagte (1. Kor. 15,10): „Durch Gottes Gnade bin ich was ich bin.“ Wie rühmte sich Paulus? Er rühmte sich der Liebe Gottes, die in Christus Jesus sichtbar wurde (Gal. 6,14): „Mir aber soll es nicht einfallen, auf irgendetwas anders stolz zu sein als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ Denn, „wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn“ (1. Kor. 1,31; 2. Kor. 10,17).

Rettung kommt von Gott und ist ein Geschenk Seiner Gnade. Paulus sagte: „Gerecht gemacht werden sie ohne Verdienst aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Röm.3,24). „Denn der Sünde Sold ist Tod, die Gabe Gottes aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Röm. 6,23; 2. Kor. 9,14-15; Offb. 22,17). Bedeutet das, dass wir am Ende gar nichts mehr tun müssen um gerettet zu werden? Das ist natürlich nicht der Fall wie wir das in den bevorstehenden Abschnitten noch sehen werden. Darum stellen wir aufrichtig die Frage: Weshalb müssen wir trotz des Gnadengeschenks Gottes noch etwas tun?

Die geschenkte Gnade muss von uns angenommen werden und in unserem Leben positiv umgesetzt werden. Wir sind gerettet durch die Gnade, aber „aufgrund des Glaubens“ (Eph. 2,8). Wie wir noch sehen werden hängt unsere Rettung auch davon ab, ob wir bereit sind einsichtig zu sein und Gott zu gehorchen. Was rettet uns letztendlich? Unser Glaube oder die Gnade Gottes? Unser Gehorsam oder Gottes Gnade? Im ersten Moment klingt das wie ein Widerspruch doch das folgende Beispiel soll dies erklären. Nehmen wir an es sei Nachmittag und Sie befinden sich in einem Raum mit einem Fenster und zwei Freunden. Sie fragen ihre beiden Freunde warum es im Raum Licht hat. Einer antwortet: „Weil es ein Fenster hat.“ Der andere sagt: „Es ist Licht in diesem Raum, weil draußen die Sonne scheint. Welcher der beiden Freunde hat die richtige Antwort gegeben? Beide, oder?! Die Sonne ist die Quelle des Lichts und durch das Fenster erhellt das Sonnenlicht den Raum.

Genau gleich verhält es sich mit unserer Rettung in Christus. Wir werden durch mehrere Faktoren gerettet, nämlich durch den allmächtigen Gott, unseren Herrn Jesus Christus, den Heiligen Geist, das Blut Jesu, die Gnade Gottes usw. Was ist das Fenster unserer Rettung? Es ist unser „Glaube“ (Eph. 2,8; Röm. 5,1-2). Glaube beinhaltet auch Einsicht, Gehorsam, Taufe, wie wir noch sehen werden. Sich taufen lassen bedeutet nicht, sich das Heil abzuverdienen. Die Taufe ist lediglich das Mittel, durch das Gott uns rettet. Paulus schrieb: „Als aber die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Retters, erschien, nicht aufgrund von gerechten Taten, die wir getan hätten, sondern weil er Erbarmen hatte mit uns, da rettete er uns durch das Bad der Wiedergeburt [die Taufe] und durch die Erneuerung im heiligen Geist“ (Tit. 3,5; Apg. 2,38; 22,16; 1. Petr. 3,21).

Gerettet zu sein durch die Gnade bedeutet nicht, dass wir uns nicht zu bemühen brauchen ein geheiligtes Leben zu führen in Christus Jesus. Das wäre ja die Gnade Gottes für selbstverständlich zu halten. Die Gnade Gottes ist kein Freipass für die Sünde (Röm. 6,1-2; 2. Petr. 2,17-22; Jud. 4). Damit schließen wir diesen Abschnitt mit der klassischen Aussage des Paulus zu diesem Thema (Eph. 2,8-9): „Denn durch die Gnade seid ihr gerettet aufgrund des Glaubens, und zwar nicht aus euch selbst, nein, Gottes Gabe ist es: nicht durch eigenes Tun, damit niemand sich rühmen kann.“

Der Glaube

Es ist wichtig das biblische Konzept richtig zu verstehen das uns zeigt wie wir durch den „Glauben“ gerettet werden (Eph. 2,8; Röm. 1,16). Jesus sagte: „Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.“ (Joh. 8,24; Apg. 15,9) Die Grundvoraussetzung ist, dass wir glauben dass Gott existiert (Heb. 11,6) und dass Jesus der Sohn Gottes ist (1. Joh. 5,1; Röm. 10,9-10). Wer an Jesus glaubt, im Sinne von gehorcht, wird nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben (Joh. 3,16.18.36; 6,35; 11,26; 20,30-31; Apg. 10,43; 16,31). Durch unseren Glauben werden wir also gerecht gesprochen (Röm. 3,24.28; 5,1; Gal. 2,16; 3,24). Der Glaube spielt eine zentrale Rolle bei unserer Rettung.

Glaube beginnt mit der Erkenntnis. Das heißt, der Glaube muss mental verstanden und bejaht werden. Paulus fragte (Röm. 10,14-17):

„Doch wie sollen sie den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand da ist, der verkündigt? ... Also kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber geschieht durch das Wort von Christus.“

Glaube beginnt mit dem Hören über Gott und Jesus Christus und beinhaltet, dass wir einverstanden sind mit dem was wir in der Bibel über die Gottheit erfahren. Der Glaube der uns rettet geht jedoch viel weiter. Das ist bloß die Grundkenntnis über den Glauben. Genauso kann ich glauben, dass zum Beispiel eine Ärztin durch ihren Doktortitel und die entsprechende Praxis Krankheiten richtig diagnostiziert. Ich kann ihr vertrauen dass sie mir die richtige Medizin verschreibt für meine Krankheit. Doch mein Vertrauen ist vergeblich, wenn ich die verschriebene Medizin nicht einnehme. Genauso wenig nützt uns der Glaube an die Existenz Gottes etwas, wenn wir dem Herrn nicht vertrauen und nicht hören auf das was er uns durch sein Wort zu sagen hat. Jakobus sagt (Jak. 2,19): „Du glaubst, dass es einen einzigen Gott gibt? Da tust du recht - auch die Dämonen glauben das und schaudern!“ Die Dämonen glauben auch dass Gott existiert, aber es nützt ihnen nichts. Sie fürchten sich vor Gottes Macht und zittern vor Angst, aber sie gehorchen Gott nicht und lassen sich nicht retten.

Glaube der rettet ist Glaube der vertraut. Rettender Glaube entscheidet sich das zu tun was er glaubt. Im Hebräer 11 werden die Helden des Glaubens erwähnt und als Vorbild hingestellt (Heb. 11,1-38). Sie alle zeigen uns, dass Glaube ohne Werke tot ist (Jak. 2,14-26). Nur wenn der Glaube aktiv wird nützt er etwas (Gal. 5,6). Es gibt Religionsführer die behaupten es genüge ein kurzes Glaubens-bekenntnis nachzusprechen oder zu unterzeichnen um Christ zu werden. Doch der Glaube an Jesus Christus ist viel mehr als ein Lippenbekenntnis. Es bedeutet die Seiten zu wechseln, die Prioritäten und den ganzen Lebenswandel zu verändern. Nur wer an Jesus glaubt und täglich seinen Fußstapfen folgt wird gerettet werden (Joh. 3,36): „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Die Umkehr

In der Verkündigung Jesu über das Reich Gottes nahm die Umkehr einen wichtigen Teil ein (Mt. 3,2; 4,17; Mk. 1,15; 6,12). Auch in den frühen Gemeinden wurde darüber oft gepredigt (Apg. 2,38; 3,19; 26,20). Bevor Jesus in den Himmel entrückt wurde sagte er, dass in seinem Namen allen Völkern von der Umkehr verkündigt werden wird (Lk. 24,47). Da die Sünde universal ist, ist auch die Umkehr universal. Das heißt, dass Gott alle Menschen auf der ganzen Welt zur Umkehr ruft wie Paulus predigte (Apg. 17,30). Ohne reumütige Umkehr ist es unmöglich gerettet zu werden (Apg. 2,38; 3,19; 11,18). Das ist der Grund weshalb Gott möchte, dass alle Menschen umkehren. Dabei ist der Herr geduldig und schenkt jedem Menschen viele Gelegenheiten umzukehren (2. Petr. 3,9). Im Himmel herrscht große Freude über einen einzigen Sünder der umkehrt (Lk. 15,7.10).

Was ist mit Umkehr gemeint? Das griechische Wort für Umkehr bedeutet ein verändertes Denken, Reue, Sinnesänderung, Bekehrung, der Anfang eines neuen Lebens. Umkehr beinhaltet das Bedauern über unsere Sünden. Paulus sagt (2. Kor. 7,10): „Die Betrübnis, die nach dem Willen Gottes ist, bewirkt eine Umkehr zum Heil, die niemand bereut“, oder bereuen muss. Viele, die an diesem Punkt angelangen sind verwirrt. Es gibt unterschiedliche Arten von Bedauern. Viele Menschen bedauern nur, dass sie in der Sünde erwischt wurden. Andere bedauern, dass sie für ihre Sünden gestraft werden. Wenn aber unser Bedauern nicht weiter geht, dann sind wir nicht wirklich umgekehrt. Wahre Umkehr bedeutet, dass wir uns in unserer Haltung verändern. Wir bedauern den Fehltritt so sehr, dass wir uns fest vornehmen, ihn nie wieder zu wiederholen (Mt. 21,28-31). Damit verändern wir unsere Richtung im Leben. In der Bibel werden Gläubige ermutigt so zu handeln, dass andere sehen, dass sie wirklich umgekehrt sind von ihrem falschen Lebenswandel (Mt. 3,8; Lk. 3,8; Apg. 26,20). Umkehr kann leicht definiert aber nicht leicht in die Tat umgesetzt werden. Sie ist der Moment an dem wir anfangen nicht mehr für uns selbst zu leben sondern Gott zu gehorchen.

Der Gehorsam

Jeder Sohn der behauptet er liebe seinen Vater, aber gleichzeitig ihm nicht gehorcht, widerspricht sich (Mt. 21,28-31). Gehorsam gegenüber Christus und Gott ist keine Option. Wer sagt er liebe Gott oder Christus, der ist auch seinem Wort Gehorsam. Es gibt kein anderer Weg um zu zeigen, dass wir Gott lieben außer durch unseren Gehorsam: „Darin besteht die Liebe zu Gott: dass wir seine Gebote halten“ (1. Joh. 5,3; 1. Joh. 2,5; 2. Joh. 6). Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Joh. 14,15; 15,10). Wir reinigen unsere Seelen, indem wir uns gehorsam der Wahrheit unterstellen (1. Petr. 1,22). Denn das ewige Heil gilt allen die gehorsam sind (Heb. 5,9; Apg. 10,34-35). Alle, die dem Evangelium Christi nicht gehorchen werden von Gott gerichtet werden (2. Thess. 1,7-9).

Es genügt also nicht zu behaupten dass wir an Jesus glauben und seinen Fußstapfen folgen: Jesus lehrt (Mt. 7,21): „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird ins Himmelreich hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ Wer meint vollkommener Gehorsam sei eine unmögliche Aufgabe der lasse sich nicht entmutigen. Auch wenn der Gehorsam absolut notwendig ist für unser Heil, so ist er nicht unmöglich für den der glaubt und den Herrn liebt. Der Apostel Johannes bestätigt, dass seine Gebote nicht schwer sind (1. Joh. 5,3b). Je besser wir verstanden haben, dass Jesus Christus auf diese Welt kam um am Kreuz für unsere Sünden zu sterben desto mehr wollen wir ihm gehorsam sein. Denn Gottes Gebote sind gut und dienen uns zum Segen (Ps. 119,14.39; Spr. 16,20; Jes. 48,17; Röm. 8,28).

Der freie Wille

Das Heil ist zwar ein Geschenk Gottes, aber es beinhaltet Bedingungen. Das Evangelium wird zwar gepredigt, aber die Menschen müssen es auch glauben. Vergebung wird allen Menschen angeboten, aber sie müssen umkehren. Gott ist gnädig, aber wir müssen IHM gehorchen. Jesus Christus hat uns das ewige Heil gebracht durch sein Sühnopfer am Kreuz aber es nützt uns nur dann etwas wenn wir uns dem Willen Gottes beugen. Durch die ganze Bibel können wir immer wieder feststellen, dass der Herr seinen Geschöpfen die frei Wahl lässt zwischen zwei Optionen zu entscheiden, und das ist; Segen oder Fluch, Leben oder Tod (Dt. 30,15.19; Apg. 2,40). Es liegt ganz bei uns. Wir können Jesus nachfolgen oder wir können ihn ablehnen (Joh. 14,6; Mt. 11,28-30). Der Herr schenkt uns zahlreiche Impulse das Gute im Leben zu wählen. Er macht zum Beispiel ein sündhaftes Leben leer damit wir angespornt werden umzukehren und ein frommes Leben zu führen. Dabei zwingt der Herr niemand weder zum Guten noch zum Bösen.

Die Tatsache, dass uns angeboten wird zu glauben, umzukehren und zu gehorchen setzt einen freien Willen voraus. Leider gibt es einige die lehren fälschlicherweise, dass der Mensch keinen freien Willen habe, sondern dass wir alle vorherbestimmt seien zum Heil oder zur Verdammnis. Die biblische Lehre spricht aber eindeutig davon, dass wir unsere ewige Bestimmung selbst entscheiden können. Wenn Gott uns für unsere Sünden verantwortlich macht, dann ist es, weil wir uns freiwillig entschieden haben ungehorsam zu sein. Die Bibel lehrt dass wir frei wählen können zwischen richtig und falsch (Jak. 4,17; Joh. 7,17; Apg. 13,46). Gott ruft uns zu einem Leben des Gehorsams das schließlich dem Heil unserer Seelen dient (1. Thess. 2,12; 1. Tim. 6,12; Heb. 9,15; 1. Petr. 2,9). Dieser Aufruf wird durch die Verkündigung des Evangeliums unterstützt (2. Thess. 2,14). Dabei antworten wir Gott indem wir umkehren mit unserem ganzen Verstand, unserem Willen und Herzen.

Gott hat niemals vorherbestimmt ob wir glauben und umkehren werden oder nicht. In der Bibel lesen wir, dass der Herr verschiedenes entschied bevor er die Welt erschuf. Gott entschied dass sein Sohn in diese Welt kommen sollte um die Menschheit von der Sünde zu retten (Apg. 2,23; 1. Petr. 1,18-20). Auch wenn in der Bibel von einer Vorherbestimmung die Rede ist, dann ist damit nicht gemeint, dass Gott die einen erwählt hat zum Heil während er andere verlorengehen lassen würde. Es wird nirgends von einer individuellen sondern von einer generellen Vorherbestimmung gesprochen. Das heißt, Gott vorherbestimmte alle die an Christus glauben und seinen Willen tun zum Heil (Röm. 8,28-30; Eph. 1,4-5.11; 2. Thess. 2,13; 1. Petr. 1,2-3).

Vergleichen wir diese (calvinistische) Lehre der Vorherbestimmung mit einem Lehrer in der Schule, dann wäre es doch unfair, wenn er die einen Schüler durchgehen lassen und die andern scheitern lassen würde, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben für ihre Abschlussprüfung sich vorzubereiten und zu studieren. Vielmehr ist es doch angebracht, dass ein Lehrer für alle seine Schüler dieselbe Bewertung anwendet und somit alle die gleiche Möglichkeit erhalten. Genauso entschied sich Gott zum Voraus dass alle die an Christus glauben und ein geheiligtes Leben führen gerettet werden. Die aber, welche Christus ablehnen und ihr eigenes Leben in Auflehnung gegenüber Gott leben verloren gehen. In dem Sinne hat der gerechte Gott uns vorherbestimmt indem er uns frei entscheiden lässt welches Leben wir führen wollen.

Die Taufe

Die Taufe ist sehr wichtig, weil wir durch sie der Gemeinde hinzugefügt werden. Das griechische Wort für Taufe ist „baptisma“. Das Verb ist „baptizo“ oder „baptizein“ und bedeutet untertauchen. Es hat nichts mit Besprengen oder Ausgießen zu tun. Selbst wenn jemand die Bedeutung des griechischen Wortes nicht kennt, versteht er von selbst, dass die Menschen in der Bibel niemals besprengt wurden oder dass über ihrem Kopf ein Wasserkrug ausgelehrt wurde. Vielmehr wurden sie zum Beispiel am Jordan mit ihrem ganzen Körper unter Wasser getaucht. Die Taufe symbolisiert den Tod eines alten Lebens. Das heißt, ein Mensch der seine Sünden einsieht und umkehrt von seinem gottlosen Lebensstil, wird in der Taufe begraben. Sobald er aus dem Wasser aufsteigt, aufersteht er zum neuen Leben in Christus. Anschließend folgt er als Christ dem Vorbild Jesu indem er ein geheiligtes Leben führt (Röm. 6,3-6; Kol. 2,12).

Im ersten Jahrhundert gab es keine andere Taufe als die, dass Menschen einen Ort mit genügend Wasser aufsuchten, um sich zum neuen Leben untertauchen zu lassen (Joh. 3,23; Mk. 1,4-5; Apg. 8,36). Wäre der Täufling bloß besprengt worden, dann hätten die Wortverkündiger damals Wasserbehälter mit sich herumgetragen. Es hätte sich erübrigt eine größere Wasserquelle aufzusuchen. Vielleicht fragen Sie sich: „Was macht das schon für einen Unterschied ob bei einer Taufe gesprengt oder untergetaucht wird?“ Der Unterschied liegt nicht an der Wassermenge sondern im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Zudem dient das Untertauchen als Symbol für das Begräbnis des alten und sündhaften Menschen, das Aufsteigen aus dem Wasser aber als Auferstehung zum neuen Leben.

Wer sollte getauft werden? Die Taufe ist nur für die welche glauben und ihre Sünden bekennen (Mk. 16,16; Apg. 2,38). Sie ist für alle die sich freiwillig entscheiden Christen zu werden um Christus nachzufolgen. Neugeborene sind gar nicht in der Lage die Taufe zu verstehen. Die Zeremonie der Kindertaufe mag vielleicht eine sentimentale und schöne Tradition sein, aber sie ist rein menschlichen Ursprungs weil sie von Jesus und seinen Aposteln nicht geboten wurde. Neugeborene müssen nicht getauft werden, da sie von Sünde und von Gott keine Ahnung haben (Mt. 18,2-4; 19,13-15; Röm. 9,11; 1. Kor. 14,20; Dt. 1,39). Wenn ein Neugeborenes stirbt dann wird es in den Himmel kommen und bei Gott sein.

Einige wollen mit Epheser 2,3 und Psalm 51,5 beweisen dass Kinder mit Sünde geboren werden. Deshalb sollte man sie taufen weil ihre Sünden von Adam vererbt wurden. Wenn Paulus von „den Söhnen und Töchtern des Ungehorsams“ spricht (Eph. 2,3), dann spricht er nicht von Menschen, die seit ihrer Geburt so waren. Vielmehr ist von einer bestimmten Qualität die Rede, die diese „Kinder“ oder „Söhne“ sich selbst aneigneten (Mk. 3,17; Joh. 12,36; Apg. 4,36; 1. Thess. 5,5; Eph. 2,2; 5,6.8). Paulus spricht von erwachsenen Christen, die einst der Sünde folgten und deshalb „Kinder des Zorns“ waren. Als Gottlose lebten sie nach ihrer fleischlichen Natur (Gal. 2,15; Röm. 11,21.24), womit eine erworbene Kondition gemeint ist und nicht die fleischliche Geburt (1. Kor. 11,14; Röm. 2,14). Die Epheser nahmen einen sündhaften Lebensstil an. Sie führten ein gottloses Leben das für sie ganz natürlich geworden war. Dazu haben sie sich freiwillig entschieden. Dies war keineswegs eine lasterhafte Kondition mit der sie geboren wurden. Zum Psalm 51,5 kann gesagt werden dass aus diesen Worten nur hervorgehen soll wie einfühlsam David in Bezug auf die Sünde war. Schon früh in seinem Leben war er sich bewusst wie sündhaft die Welt war in der er geboren wurde (Jes. 48,8; 1. Sam. 20,30). Kein faires Gericht auf der ganzen Welt würde jemanden verurteilen für eine Tat die er selbst nie begangen hatte. Sünden können niemals vererbt werden!

Einer der Hauptgründe weshalb nur Erwachsene getauft werden sollen liegt in der Sündenvergebung. Ein Neugeborenes ist ohne Sünde und braucht deshalb auch keine Taufe. Durch die Handlung allein kann niemand gerettet werden. Es ist der Geist des Vertrauens und des Gehorsams im Herzen derer die sich taufen lassen (1. Petr. 3,21). Die Taufe eines Neugeborenen, das gar nicht weiß was mit ihm abläuft ist nutzlos und ungültig. Es wird später wenn es älter ist nur verwirrt, wenn es seine Kindertaufe von damals bestätigen soll durch die „Konfirmation“. Die Taufe ist nur für Menschen, die alt genug sind an Jesus zu glauben, ihre Sünden zu bekennen um aus eigener Entscheidung Christus nachzufolgen (Apg. 8,12.36; 16,33; 18,8).

Wozu ist die Taufe notwendig? Es geht um den Gehorsam gegenüber dem Vater und dem Sohn (Mt. 28,18-19). Es geht um die Vergebung unserer Sünden (Apg. 2,28), denn in der Taufe waschen wir unsere Sünden ab (Apg. 22,16; Heb. 10,22). Es geht um den Heiligen Geist, der in uns Wohnung nimmt (Apg. 2,28; 5,32; Röm. 8,15; 2. Kor. 1,22; 5,5; Gal. 4,6; Eph. 1,13-14). Es geht um unsere Errettung (Mk. 16,15-16; 1. Petr. 3,21). Durch die Taufe werden wir mit Christus vereint (Röm. 6,3-6), ziehen Christus an (Gal. 3,26-27), werden Glieder seines Leibes, d. h. seiner Gemeinde (Eph. 1,22-23), werden heilig und rein (Eph. 5,25-27) und wiedergeboren durch den Heiligen Geist (Joh. 3,5; Tit. 3,5).

Die reine Taufhandlung ohne Glauben und Umkehr vermag uns nicht zu retten. Äußere Handlungen können unsere Seelen oder unseren Geist nicht reinigen (1. Petr. 3,21; Joh. 3,3-8). Der Grund weshalb die Taufe uns rettet liegt darin, dass wir damit unseren Glauben in die Tat umsetzen und zeigen, dass wir Gott vertrauen und so seinen Namen anrufen (Apg. 22,16; Röm. 10,13). In der Taufe bitten wir Gott um ein reines Gewissen (1. Petr. 3,21) und werden mit Christus gekreuzigt „damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht mehr Sklaven der Sünde seien“ (Röm. 6,3-6). Zudem werden wir mit Christus auferweckt und tragen die Hoffnung des ewigen Lebens in uns (1. Petr. 3,21).

Durch die ganze Geschichte des Christentums verstanden die treuen Nachfolger Jesu die Taufe schon immer als klare Abgrenzung vom alten zum neuen Leben, d. h. vom verlorenen zum geretteten Zustand. Mit der Taufe wurde man Christ und zählte zur Gemeinde der Geretteten.

Vor der Taufe mag ein Mensch ein gewisses Glaubensmaß besitzen und Jesus nachfolgen, aber er wurde noch nicht vereint mit Christus (Röm. 6,3-6; Gal. 3,27). Die Taufe ist wie eine Hochzeitsfeier. Am Tag der Vereinigung bekennen wir unseren Glauben an Jesus Christus und versprechen ihm unsere ewige Treue (1. Tim. 6,12-13; 1. Joh. 4,2-3.15; Mt. 10,32-33; Lk. 12,8-9; Röm. 10,9-10). Vor der Taufe befinden wir uns immer noch außerhalb seines Leibes und leben ohne Hoffnung fern von ihm (Eph. 2,12). Erst in Christus besitzen wir alle geistlichen Segnungen (Eph. 1,3), d. h. das Heil (2. Tim. 2,10) und die Vergebung unserer Sünden (Eph. 1,7; Kol. 1,14). Die Taufe ist der Schnittpunkt an dem Gott uns aus der Finsternis der Welt ins Licht Christi hineinführt (Eph. 2,13; 5,8; Röm. 6,3; Gal. 3,27).

Die Taufe ist nur für die welche an Christus glauben (Mk. 16,16), die ihre Sünden bekennen (Apg. 2,38) und die ihr Leben ihm versprechen wollen (1. Petr. 3,21). Glauben Sie an Jesus Christus den Sohn Gottes? Dann sollten Sie nicht länger zögern und Christus anziehen in der Taufe um ein Glied seiner Gemeinde zu werden. Suchen Sie eine Gemeinde oder einen Prediger in Ihrer Nähe, der die biblische Taufe durch Untertauchen lehrt und praktiziert. Versprechen Sie ihr Leben keinem andern Glaubensbekenntnis als der Bibel. Wenn man Ihnen versucht die Taufe auszureden, indem man behauptet sie sei nicht notwendig für Ihr Heil in Christus, dann gehen Sie weiter. Halten Sie sich an die folgenden Schlüsselstellen der Bibel über die Taufe (Mk. 16,16; Apg. 2,38; 22,16; 1. Petr. 3,21).

In der Bibel finden wir nirgends eine genaue Anleitung wie eine Taufe durchgeführt werden soll und welche Worte dazu gesprochen werden. Die folgenden Hinweise können eine Hilfe sein: Beten Sie zu Gott und bekennen Sie sich als Sünder. Bekennen Sie Ihren Glauben an den allmächtigen Schöpfergott und seinen Sohn Jesus Christus. Bitten Sie um Aufnahme in sein Reich. Versprechen Sie dem Herrn Ihr ganzes Leben. Die Person, die Sie tauft kann vor der Taufe die Worte sprechen: „Weil du glaubst dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der für deine Sünden gestorben und auferstanden ist taufe ich dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zur Vergebung deiner Sünden“ (Mt. 28,19; Apg. 2,38). Dann können Sie nach vorne, nach hinten oder für einen Moment nach unten gedrückt um anschließend wieder aus dem Wasser gezogen zu werden. In dem Augenblick, in dem Sie aus dem Wasser aufstehen, sind Ihre Sünden abgewaschen und Sie empfangen den Heiligen Geist als Siegel Ihrer Gotteskindschaft (Eph. 1,13). Am schönsten ist es wenn andere Gläubigen einer Gemeinde an Ihrer Taufe teilnehmen und geistliche Lieder singen während Sie aus dem Wasser steigen und sich trockene Kleider anziehen. Danken Sie Gott für seine Gnade und feiern Sie Ihre Wiedergeburt wenn immer möglich mit anderen Gläubigen.

Wenn Sie einmal getauft wurden, dann sind Sie ein neugeborenes Kind Gottes (1. Petr. 2,2). Der Heilige Geist wohnt nun in Ihrem Herz und macht Sie heilig (1. Kor. 6,11; Eph. 5,25-27; 1. Kor. 3,16-17; 6,19-20). Sie sind ein Glied der Gemeinde geworden für die Jesus gestorben ist (Mt. 16,18; Apg. 20,28). Ihr Name ist nun aufgeschrieben im Buch des Lebens so dass für Sie im Himmel ein Platz reserviert ist (Offb. 20,15). Ihre Sünden sind abgewaschen (Apg. 22,16). Das heißt jedoch nicht, dass Sie nie mehr einen Fehler machen werden (Röm. 7,15-25). Versuchungen aller Art werden das ganze Leben lang über Sie kommen. Wenn Sie sich versündigen, dann müssen Sie sich nicht jedes Mal taufen lassen. Sie brauchen Ihre Sünden bloß zu bekennen und Gott um Vergebung zu bitten (1. Joh. 1,6-10). Alles was Sie brauchen ist eine biblische Gemeinde, in der Sie mit andern Christen anbeten können und im Glauben ermutigt werden.

Das christliche Leben

Nachdem Sie Christ geworden sind geht es darum ein verändertes Leben zu führen das dem Herrn gefällt. Wer sich von Christus abwendet und wider ein gottloses Leben führt, der verliert seine Rettung. Es ist falsch zu meinen, einmal gerettet zu sein bedeute für immer gerettet zu bleiben, egal was passiere. Diese Lehre steht im Gegensatz zu dem was in der Bibel geschrieben steht (1. Kor. 9,27; 10,5-12; Gal. 5,1-4; 1. Tim. 4,1.16; 2. Tim. 4,10; Heb. 3,12; 6,4-8; Jak. 5,19-20; 2. Petr. 2,20-22; Offb. 2,4-5; Lk. 8,11-15; Joh. 15,1-14). Wenn wir unsere Rettung durch einen gottlosen Lebenswandel nicht verlieren könnten, wäre das keine gute Motivation an unserem Glauben zu arbeiten. Die Gnade Gottes will uns nicht bloß retten, sondern unser Leben zum Guten verändern. Paulus schrieb (Tit. 2,11-12): „Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. Sie erzieht uns dazu, der Gottlosigkeit und den Begierden der Welt abzuschwören und besonnen, gerecht und fromm zu leben in dieser Weltzeit.“

Wie sollen wir unser christliches Leben führen? Im ersten Jahrhundert sprach man von den ersten Christen die zum „neuen Weg“ zählten (Apg. 9,2; 19,9.23; 22,4; 24,14.22). Mit dem neuen Weg ist der Lebensweg gemeint den die Gläubigen eingeschlagen haben. Jesus bezeugte: „Ich bin der Weg“ (Joh. 14,6), der zum Himmel führt meint er. Wer Jesus auf seinem Weg folgt, der beschreitet das christliche Leben auf dem er sein Vorbild nachahmt. Die ersten Christen wurden oft über zwei Wege unterrichtet, die in zwei unterschiedliche Richtungen führen. Der eine ist der breite und falsche Weg, der andere der schmale und richtige. Der eine Weg führt ins Verderben der andere zum Leben. Auf dem breiten Weg befindet sie die Mehrzahl der Menschen und auf dem schmalen Weg die Minderheit, die bereit ist durch die enge Tür zu gehen (2. Petr. 2,21; Mt. 7,13-14; Lk. 13,23-24).

Das christliche Leben ist ein Weg, eine Straße, eine Autobahn auf der die Gläubigen entlang gehen. Der Apostel Johannes fasst es so zusammen: „Wer aber sein Wort bewahrt, in dem ist die Liebe Gottes wirklich zur Vollendung gekommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind“ (1. Joh. 2,5-6). Wir werden aufgerufen „unseren Weg nicht nach dem Fleisch“ zu gehen (Rom. 8,4; Eph. 2,1-2; 4,17; Kol. 3,5-7; 2. Thess. 3,6.11; 1. Joh. 1,6; 2,11). Wir sollen nach dem Geist wandeln, im Licht oder in der Wahrheit (Röm. 8,4; 2. Kor. 5,7; Gal. 5,16; Eph. 2,10; 4,1; 5,2.8.15; Kol. 1,10; 2,6; 4,5; 1. Thess. 2,12; 1. Joh. 1,7; 2. Joh. 4.6; 3. Joh. 3.4).

Ein ähnlicher griechischer Begriff ist das Wort „Lebensführung“ oder „Lebenswandel“. Gläubige legen alles ab, was das frühere sündenvolle Leben geprägt hat (Eph. 4,22). Sie führen ein verständiges, wohlgefälliges, reines und heiliges Leben in Christus (1. Tim. 4,12; Jak. 3,13; 1. Petr. 1,15; 2,12; 3,1-2.16; 2. Petr. 3,11). Paulus ermahnt die Glieder der Gemeinde in Ephesus abzulegen „was euer früheres Leben geprägt hat, den alten Menschen, der zugrunde geht, wie die trügerischen Begierden!“ (Eph. 4,22; Kol. 3,5-9). Stattdessen sollen sie sich bekleiden mit dem „neuen Menschen, der nach dem Willen Gottes geschaffen ist: in Gerechtigkeit und wahrer Heiligkeit“ (Eph. 4,24; Kol. 3,10). Daraus wird klar ersichtlich, dass es ein Damals und Jetzt gibt im Leben eines Bekehrten.

Wie soll das christliche Leben definiert werden? Eins steht fest, es darf uns nicht durch vielerlei Gesetze einengen und zur Last werden. Die zehn Gebote im Alten Testament sind uns diesbezüglich sicher kein Wegweiser. Der Grundsatz weshalb etwas als gut bezeichnet werden kann liegt im Wesen Gottes. Gott ist gut und vollkommen. Wer nach dem Willen und Wesen Gottes handelt, der handelt gut. Paulus erklärt dass der neue Mensch „nach dem Willen Gottes geschaffen ist“ (Eph. 4,24; Kol. 3,10). Deshalb ermahnt er alle Kinder „dem Beispiel Gottes“ zu folgen (Eph. 5,1). Auch Jesus bezeugt dass Gott der Maßstab für unser Leben ist (Mt. 5,48): „Ihr sollt also vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ Weiter sagt Jesus (Lk. 6,36): „Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist!“ Der Apostel Petrus schreibt (1. Petr. 1,14-16): „Als Kinder des Gehorsams lasst euch nicht von den Begierden leiten, die euch früher, als ihr noch unwissend wart, beherrscht haben, sondern entsprecht dem Heiligen, der euch berufen hat, und werdet selbst Heilige in eurem ganzen Lebenswandel; denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ Bei all dem ist Jesus Christus unser perfektes Vorbild (Phil. 2,5; 1. Petr. 2,21-24; 1. Kor. 11,1). Durch ihn ist Gott für uns Menschen sichtbar geworden, indem er auf die Erde kam. Es ist sicher nicht immer einfach, dieses vollkommene Vorbild nachzuahmen, da wir dabei so viele Fehler machen und als Menschen nie perfekt sein werden. Trotzdem sind wir besser dran es wenigstens zu versuchen, denn daran wächst unser Glaube und unsere Liebe.

Ein anderes interessantes griechisches Wort im Neuen Testament wird normalerweise mit „würdig“ übersetzt. Es bedeutet auch ehrbar, anständig. Im Neuen Testament werden wir einige Male darauf hingewiesen würdig unserer Berufung zu wandeln. Paulus drückt das so aus (Phil. 1,27): „Eins ist wichtig: Ihr sollt als Bürger eurer Stadt leben, wie es dem Evangelium von Christus entspricht, damit ich, ob ich nun komme und euch sehe oder ob ich wegbleibe, von euch erfahre, dass ihr in einem Geist gefestigt seid und eines Sinnes den Kampf für den Glauben an das Evangelium fortführt.“ Den Gläubigen wird ans Herz gelegt ihr Leben so zu führen, „wie es würdig ist vor Gott“ (1. Thess. 2,12), oder „das des Herrn würdig ist und in allen Dingen sein Wohlgefallen findet“ (Kol. 1,10). An einer andern Stelle ruft Paulus auf (Eph. 4,1): „Führt euer Leben, wie es der Berufung, die an euch ergangen ist, angemessen ist.“ Was ist denn unsere Berufung? „Denn Gott hat uns nicht zur Unlauterkeit berufen, sondern zu einem Leben in Heiligung“ (1. Thess. 4,7; 1. Tim. 4,9; Eph. 1,4). Christus hat uns aus „der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen“ (1. Petr. 2,9). Denn wir sind „Kinder Gottes“ (1. Joh. 3,1). Wir sind „von Gott geliebt und zu Heiligen berufen“ (Röm. 1,7; 1. Kor. 1,2). Heilige sind nicht ein paar auserwählte Verstorbenen, die der Papst selig sprach. Jeder Christ ist ein Heiliger. Das Wort „heilig“ bedeutet abgesondert und gereinigt durch die Taufe (1. Kor. 6,11; Eph. 5,25-27). Weil der Herr uns Heilige nennt wollen wir uns auch entsprechend als Heilige verhalten.

Das Wichtigste im christlichen Leben ist die Liebe (1. Kor. 13,1-3.13). Paulus schreibt (Röm. 13,8): „Bleibt niemandem etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt.“ Und (Gal. 5,14): „Denn das ganze Gesetz hat seine Erfüllung in dem einen Wort gefunden: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ (siehe auch Mt. 22,36-40). Paulus gibt uns detaillierte Anweisungen wie die Liebe gelebt wird (1. Kor. 13,4-7). Dabei ist Christus der Maßstab für die Liebe (Eph. 5,2.25; 1. Joh. 3,23). Wir werden aufgerufen einander so zu lieben wie er uns geliebt hat (Joh. 13,34; 15,9-12). Die Liebe ist deshalb so wichtig im christlichen Leben weil wir damit gegen außen ausdrücken was innerlich in uns stattfindet (Mt. 12,33-35; 15,18-19; 23,26-26; Lk. 6,43-44). Weil wir uns für das Gute entschieden haben, hat in uns eine Veränderung stattgefunden (Röm. 12,1-2; Ps. 51,10; 119,36; 2. Kor. 10,5; Eph. 4,22-23). Der Geist Gottes erfüllt uns mit Liebe und Hingabe so dass unsere Haltung und unsere Handlungen das Gute und Gott Wohlgefällige suchen. Im christlichen Leben meiden wir alles was sündenvoll ist, sei es Gedanken oder Taten.

Nebst der Liebe gibt es einige andere positiven Eigenschaften oder Tugenden die Teil des christlichen Lebens sind. Zum Beispiel Demut, Selbstlosigkeit, Geduld, Gutes tun, Hingabe an Gott, Mitgefühl, eine vergebende Haltung (Eph. 4,32). Jeder kann sich selbst aus der folgenden Liste gute Tugenden zusammenstellen an denen er besonders arbeiten möchte: Mt. 5,3-9; Gal. 5,22-23; Kol. 3,12-17; 1. Tim. 6,11; Jak. 3,13.17-18; 2. Petr. 1,5-7. Nachdem Sie eine eigene Liste von guten Eigenschaften zusammengestellt haben, können Sie sie mit der folgenden Liste der schlechten Eigenschaften, die Sie meiden möchten, vergleichen: Röm. 1,29-31; 1. Kor. 6,9-10; Gal. 5,19-21; Kol. 3,5-10; 1.Tim. 1,9-11; 2. Tim. 3,2-5; Jak. 3,14-16; 1. Petr. 2,1-2.

Der beste Weg um über das christliche Leben mehr zu erfahren ist im Neuen Testament die entsprechenden Abschnitte zu lesen, die darüber Auskunft geben. Am meisten erfahren wir etwas in den Büchern der zweiten Hälfte des Neuen Testaments. Der erste Teil des Neuen Testaments ist mehr auf die Lehre ausgerichtet und erklärt warum wir einen bestimmten Weg einschlagen sollen. Im zweiten Teil des Neuen Testaments erhalten wir Anleitungen darüber wie wir unser christliches Leben führen sollen (Tit. 2,1). Die folgenden Schriftstellen enthalten eine Auswahl von Anleitungen. Die Bibel lehrt über das Familien- und Geschäftsleben, unsere Einstellung zum Staat, zu den Nachbarn, zum Leben ganz allgemein und viel mehr (Mt. 5,1-7,28; 18,1-35; Röm. 12,1-14; Eph. 4,17-6,20; Kol. 3,1-4,6; 1. Thess. 4,1-12; Tit. 2,1-11; Heb. 12,1-13,19; Jak. 1,2-5,20; 1. Petr. 2,11-5,11). Es liegt an uns wie wir uns in der Frömmigkeit üben (1. Tim. 4,7). Darum: „Jage der Gerechtigkeit nach, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut“ (1. Tim. 6,11).

Die Gemeinde

Der griechische Begriff Ekklesia bedeutet Kirche, Gemeinde, Versammlung, Aufgebot, wörtlich „die Herausgerufene“. Das heißt die Gemeinde besteht aus Gläubigen, die aus der Finsternis der Welt, aus dem Herrschaftsbereich Satans, herausgerufen wurden zum wunderbaren Licht des Herrn (Apg. 26,18; Kol. 1,13). In der Bibel wird dieser Begriff niemals auf ein Gebäude bezogen sondern immer auf Menschen. Deshalb ist es falsch zu sagen: „Ich gehe in die Kirche“, denn biblisch gesehen bilden wir Gläubigen die Kirche, egal wo wir uns versammeln. Eine Gemeindeversammlung mag ein Gebäude besitzen, aber das ändert nichts an der Tatsache dass dieses Gebäude nicht die Kirche sein kann. Deshalb haben sich viele Christen von diesem Begriff Kirche getrennt weil er entstellt wurde und heute von falschen Vorstellungen und Gedanken an ein Gebäude geprägt ist. Die biblische Gemeinde ist keine Organisation und keine Hierarchie wie wir das vom Aufbau von vielen Denominationen her kennen. Die Gemeinde wird von geretteten Gläubigen gebildet (1. Kor. 3,16-17; 12,27). Zweihundert Jahre vor Christi Geburt, bevor das Neue Testament entstand, übersetzten Juden das Alte Testament ins Griechische (= Septuaginta). Dabei gebrauchten sie den Begriff „Gemeinde“ sehr häufig, der sich hauptsächlich auf das Volk Gottes, die Volksversammlung Israel bezog. Genauso bezieht sich dieser Begriff im Neuen Testament auf das Volk Gottes.

Der Begriff „Gemeinde“ kann universal verstanden werden, der alle Christen auf der ganzen Welt beinhaltet. Das meinte Jesus als er sagte (Mt. 16,18): „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen...“ In der Bibel kann „Gemeinde“ aber auch örtlich verstanden werden, wie z. B. die Gemeinde in Korinth (1. Kor. 1,2). Überall wo sich Christen zur Anbetung versammeln bilden sie eine Gemeinde (1. Kor. 11,18; 14,19). Die Gemeinde wird in der Bibel unterschiedlich bezeichnet, ohne ihr einen festen Namen zu zuweisen. Manchmal ist es hilfreich, wenn der Name einer örtlichen Gemeinde mit der Straße, dem Quartier oder der Stadt in der sich die Glieder versammeln in Bezug gebracht wird. Das wurde auch schon im ersten Jahrhundert so gemacht wenn z. B. von der „Gemeinde in Jerusalem“ die Rede ist (Apg. 8,1; 11,22; Röm. 16,1; 1. Kor. 1,2; 2. Kor. 1,1; 1. Thess. 1,1; 2. Thess. 1,1), oder von den „Gemeinden in Galatien“ oder „Asien“ (Gal. 1,2.22; 1. Thess. 2,14; 1. Kor. 16,1.19; Offb. 1,4). Es gibt sogar Beispiele wo die Gemeinde sich im Haus eines Gemeindeglieds versammelte (Röm. 16,5; 1. Kor. 16,19; Phm. 2).

Ein weiteres Prinzip in der neutestamentlichen Gemeinde des ersten Jahrhunderts war, dass bei der Bezeichnung der örtlichen Gemeinde Gott oder Christus die Ehre zukam und nicht etwa Menschen wie Petrus, Paulus, Maria oder Johannes (1. Kor. 1,10-17). Zudem war die Gemeinde bekannt als das „Haus Gottes“ (1. Tim. 3,15), als „Gemeinde Gottes“ oder „Gottes Gemeinde“ (1. Kor. 1,2; 10,32; 11,16.22; 15,9; 2. Kor. 1,1; Gal. 1,13; 1. Thess. 2,14; 2. Thess. 1,4; 1. Tim. 3,5; Apg. 20,28), als „die Gemeinde des lebendigen Gottes“ (1. Tim. 3,15), als „die Gemeinde des Herrn“ (Apg. 20,28, in einigen Übersetzungen), als „die Gemeinde Christi“ (Röm. 16,16), oder als „die Gemeinde in Thessalonich, die in Gott, dem Vater, und im Herrn, Jesus Christus, lebt“ (1. Thess. 1,1). Statt der örtlichen Gemeinde einen Namen zu geben, die eine besondere Lehre betont oder den Namen des Gründers enthält, ist es besser Gott und Christus die Ehre zu geben. Schließlich ist es Christi Gemeinde und er allein ist der Gründer.

Die Gemeinde wird in der Bibel mit vielen verschiedenen Bildern dargestellt. Sie wird z. B. mit einem Gebäude oder Haus verglichen (1. Kor. 3,9; Heb. 3,6; 1. Tim. 3,15). Die Gemeinde ist „Gottes Tempel“ wo Gott wohnt wie auch in jedem einzelnen Gläubigen (1. Kor. 3,16-17; 6,19-20). Dieser Tempel besteht nicht aus Ziegeln und Steinen. Alle Gläubigen sind „lebendige Steine“ (1. Petr. 2,5). Die Gemeinde ist „der Leib Christi“ und Christus ist „das Haupt“ seines Leibes (Eph. 1,22-23; 4,4.15-16; Kol. 1,18.24). Die Gemeinde besteht aus einzelnen Gliedern in der jedes Glied sein Talent miteinbringt und wir alle voneinander abhängen (Röm. 12,4-8; 1. Kor. 12,14-26). Das Bild des Leibs betont die Gemeinschaft die wir Gläubigen als geistliche Familie Gottes untereinander haben (Mt. 12,49-50; Eph. 2,19; 2. Kor. 6,18; 1. Tim. 5,1-2). Als Leib Christi nehmen alle Gläubigen Anteil an der Freude und dem Leid ihrer Geschwister im Herrn (Röm. 12,15; 1. Kor. 12,26; Gal. 2,.10). Die Gemeinde bildet enge Gemeinschaft unter allen Gläubigen (Apg. 2,42; 1. Kor. 1,9; Gal. 2,9; Eph. 3,9; Phil. 3,10; 1. Joh. 1,3.6-7). Die Gemeinde ist auch die Braut Christi die sich reinigt und vorbereitet auf den Tag an dem Christus sie zu sich in den Himmel holt (Eph. 5,22-32; 2. Kor. 11,2). Der Apostel Petrus beschreibt die Gemeinde wunderbar indem er alttestamentliche Bilder gebraucht (1. Petr. 2,9-10):

„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Volk, das er sich zu eigen machte, damit ihr verkündet die Wohltaten dessen, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Ihr seid die, die einst kein Volk waren, jetzt aber das Volk Gottes sind, die einst keine Barmherzigkeit erlangten, jetzt aber Barmherzigkeit erlangt haben.“

Die Gemeinde ist ganz einfach aufgebaut. Jesus Christus ist der Gründer und Erbauer. Er ist der Bauleiter, der Architekt und der Oberhirt seiner Schafe (1. Petr. 5,4), das Haupt (Eph. 1,22-23; 4,4.15-16; Kol. 1,18.24), der Eck- oder Schlussstein (Eph. 2,20), oder das Fundament (1. Kor. 3,11). Örtliche Gemeinden von denen uns das Neue Testament berichtet wurden von Ältesten geleitet, die auch bekannt waren als Bischöfe, Seelsorger, Hirten oder Aufseher (1. Tim. 3,1-7; Tit. 1,5-9; 1. Petr. 5,1-4; Phil. 1,1; Apg. 20,28; Eph. 4,11; 1. Thess. 5,12; Heb. 13,17). Die Ältesten dienten in den örtlichen Gemeinden, wo sie Glieder waren. Kein Ältester oder Bischof stand mehreren Gemeinden vor. Alle Gemeinden unterordneten sich Christus und seinen Aposteln, aber keine Gemeinde führte eine andere Gemeinde. Die Ältesten wurden in ihren vielfachen Aufgaben von Diakonen oder Dienern der örtlichen Gemeinde unterstützt (1. Tim. 3,8-13; Phil. 1,1). Auch Christus betete für die Einheit der Gemeinde. Das Ziel jeder Gemeindearbeit ist die Einheit, denn das macht sie erfolgreich und bringt dem Namen Christi alle Ehre (Joh. 13,34; 17,20-21; Röm. 12,16; 15,5; 1. Kor. 1,10; 3,3; 2. Kor. 13,11; Eph. 4,3; Phil. 2,2).

Wie werden wir Glieder der Gemeinde? Wenn Sie gläubig geworden und getauft sind gemäß der Bibel, dann sind Sie bereits Glied der Gemeinde des Herrn. Denn die Gemeinde ist der Leib Christi und Sie sind Glied am Leib Christi geworden durch die Wassertaufe (Gal. 3,27; Röm. 6,3). Als nächster Schritt gilt es, dass Sie sich einer örtlichen Gemeinde von gläubigen und getauften Gliedern anschließen, denn Sie brauchen nichts so sehr wie die Unterstützung und Ermutigung von anderen Gläubigen, damit Sie sich nicht alleine fühlen (Heb. 3,13; 10,24-25). Es ist äußerst gefährlich ein christliches Leben alleine führen zu wollen. Jesus kam nicht nur um einzelne Personen zu retten, sondern auch um seine Gemeinde zu bauen.

Es gibt ein paar falsche Auffassungen über den Aufbau der Gemeinde, die hier erwähnt werden. Obschon der Apostel Petrus nach der Auferstehung Christi eine wesentliche Rolle spielte beim Aufbau der ersten Gemeinde in Jerusalem wurde ihm keine besondere Führung übergeben. Er predigte das Evangelium und bekehrte Seelen zum Herrn (Apg. 2,14-47; 10,1-48). Er schrieb auch zwei Briefe des Neuen Testaments und diente den Christen im ersten Jahrhundert als Hirte (1. Petr. 5,1; Joh. 21,15-17). Alle Rechte oder Privilegien die er hatte (Mt. 16,17-19) erhielten auch die übrigen Apostel (Mt. 18,1.18; Joh. 20,23). Petrus und die übrigen Apostel zählten und zählen noch heute zum Fundament der Gemeinde. Denn sie waren Augenzeugen der Auferstehung Jesu Christi und die ersten Prediger des Evangeliums (Eph. 2,20; 1. Kor. 12,28; Offb. 21,14). Das ändert nichts an der Tatsache, dass Jesus das Fundament der Gemeinde ist (Eph. 2,20; 1. Petr. 2,6-8). „Denn ein anderes Fundament kann niemand legen als das, welches gelegt ist: Jesus Christus“ (1. Kor. 3,11). Im Neuen Testament wird nirgends erwähnt, dass Petrus oder irgend ein anderer Gläubiger über alle örtlichen Gemeinden auf der ganzen Welt regieren soll. Petrus selbst ließ es nicht zu, dass Menschen sich vor ihm auf die Füße warfen (Apg. 10,25-26). Bei einer andern Gelegenheit wurde er für sein falsches Verständnis gegenüber den Heidenchristen zurechtgewiesen (Gal. 2,11-14). Er besaß keine Macht in der Gemeinde und hatte bei Auseinandersetzungen auch nicht das letzte Wort (Apg. 15,1-30). Die Heiligenverehrung, Verherrlichung und Macht, die die katholische Kirche Petrus und den Nachfolgern als Päpste in Rom gibt ist eine grobfahrlässige Ehrverletzung Jesus Christi als das einzige und alleinige Haupt der gesamten Gemeinde.

Die Gemeinde des Herrn besteht aus der Priesterschaft aller Gläubigen (1. Petr. 2,9; Offb. 1,6; 5,10). Jeder Christ kann sich selbst dem Thron Gottes des Vater nähern im Gebet und in der Anbetung (Heb. 10,19-22; Röm. 5,1-2; Eph. 2,18; 3,12; 1. Joh. 2,1-2) durch unseren Fürsprecher Jesus Christus, unseren Hohen Priester (1. Tim. 2,5; Heb. 2,14-18; 4,14-5,10; 7,1-10,39). Wir brauchen keinen menschlichen Mediator oder Priester um Vergebung und Rettung in Anspruch nehmen zu können. Es ist auch nicht nötig, dass wir unsere Sünden einem katholischen Priester bekennen. Wir können unsere Sünden jedem Gläubigen bekennen, vor allem aber dürfen wir mit unseren Sünden direkt zu Gott gehen im Gebet (Jak. 5,16; 1. Joh. 1,9). Kein Mensch auch kein römisch katholischer Priester hat die Macht oder das Recht uns unsere Sünden zu vergeben. Niemand steht an Gottes statt, der die Macht über Heil oder Verdammung in seinen Händen hat. Die einzige Macht die wir Menschen von Gott erhalten haben ist die Wahrheit so zu verkünden, dass Menschen gerettet werden (Apg. 13,38-39; Mt. 18,5-6.18; 23,13; Lk. 11,52). Gott allein ist der Richter, der am Ende vergibt oder verurteilt.

Ein anderer weit verbreiteter Fehler den viele religiöse Menschen machen ist die Heiligenverehrung und Anbetung Marias, der Mutter Jesu. Maria war sicher eine vorbildliche jüdische Frau. Gott hat sie unter allen Frauen ausgewählt damit sie die Mutter Jesus Christi wird (Lk. 1,39-43). Doch die Bibel sagt sehr wenig über Marias Leben. Sie stand unter dem Kreuz als Jesus ihr die Fürsorge des Apostels Johannes anvertraute (Joh. 19,25-27). Sie und die Brüder Jesu waren Gläubige (Apg. 1,14). Nirgends in der Bibel lesen wir, dass jemals ein Mensch zu ihr betete. Sie besaß auch keine wunderwirkenden Kräfte zur Heilung. Sie blieb auch keine Jungfrau nach der Geburt Jesu (Mt. 1,24-25; 13,54-56; Mk. 6,3; Lk. 2,7). Sie ist ein gutes Beispiel einer demütigen Person die sich Gott unterordnete und an Jesus als den Erlöser der Menschheit glaubte (Lk. 1,38). Sie besaß jedoch keinen göttlichen Status. Sie ist weder unser Fürsprecher noch unsere Erlöserin. Wir sollten deshalb auch nicht zu ihr beten. Es ist eine absolut ungerechtfertigte Anmaßung der römisch katholischen Kirche Maria einen solchen Platz einzuräumen. Es ist eine schwere Ehrverletzung zur Herrschaft Jesus Christi (Kol. 1,15-20; Röm. 8,34; 1. Tim. 2,5; 1. Joh. 2,1-2).

Dienen und Werben für Christus

Weil die Gemeinde der Leib Jesu ist, funktioniert er nur im Auftrag Christi. Die Gläubigen bilden die heilige Priesterschaft die überall auf der ganzen Welt dem lebendigen Gott dienen (Heb. 9,14; 1. Petr. 2,5.9). Während einige eingesetzt werden für spezielle Aufgaben in der Gemeinde wie z. B. als Älteste, Diakone oder Lehrer, sind alle Gläubigen Diener am Leib Christi (Eph. 4,11-13; Mt. 20,26-28; 25,44-45; Röm. 16,1-2). Unsere Aufgabe ist es Gott und den Menschen zu dienen. Unser Dienst an Gott in der Anbetung wird im nächsten Kapitel behandelt.

Die örtliche Gemeinde hat zwei Hauptaufgaben. Erstens, sie dient ihren eigenen Gliedern, ermutigt sie und hilft ihr geistlich zu wachsen so dass sie zur Einheit des Glaubens gelangt und vollkommen vor Christus hingestellt werden kann (Eph. 4,11-13; Kol. 1,28). Dafür sind besonders die Lehrer und Prediger einer Gemeinde zuständig, die die Gläubigen unterrichten und ihnen in ihrem geistlichen Wachstum beistehen (Eph. 4,11; 1. Tim. 4,11-16; 2. Tim. 2,2; 3,10 - 4,5). Gleichzeitig ist die örtliche Gemeinde auch dazu da Brüdern und Schwestern in ihren physischen Nöten beizustehen (Apg. 11,29; Gal. 6,10; 2. Kor. 8,1-9,15; 1. Joh. 3,17-18). Wenn wir einander dienen dann folgen wir dem Vorbild Christi (Mt. 20,28; Phil. 2,7-8). Die meisten Christen genießen die Gemeinschaft und die Freundschaft untereinander in der Gemeinde des Herrn. Die Gemeinde ist eine geistliche Familie die manchmal auch Zurechtweisung braucht in der Hoffnung dass abdriftende Glieder einsichtig werden und umkehren von ihren Sünden damit sie sich nicht wie ein Krebsgeschwür ausbreiten und die ganze Gemeinde zu Schaden kommt (1. Tim. 1,20; 1. Kor. 5,1-13; Mt. 18,15-17; 2. Joh. 10-11; 2. Thess. 3,14-15; Tit. 3,10-11).

Zweitens, der Auftrag der Gemeinde ist auf die Welt ausgerichtet. Christen leben zwar in der Welt, aber sie leben nicht wie die Welt (Joh. 8,23; 15,19; 17,15-18). Es ist wie mit einem Boot das im Wasser schwimmt solange sich das Wasser außerhalb des Boots befindet. Christen lassen sich nicht mit den Sünden der Welt ein (2. Kor. 6,14-17). Sie scheinen als Lichter in der Welt und zeigen vorbildlich auf den richtigen Weg des Glaubens (Mt. 5,13-16; 1. Petr. 2,12; 3,15-16; Phil. 2,15). Christen tragen die Waffenrüstung Gottes um sich vor der Sünde und den Angriffen Satans zu schützen (2. Kor. 10,3-5; Eph. 6,10-17). Gewaltlos kämpfen sie für den Frieden indem sie mit ihrem guten Vorbild die Menschen auf das Evangelium Christi aufmerksam machen (Heb. 12,14; Mt. 28,19-20; 1. Kor. 9,16). Paulus sagte (2. Kor. 5,18-20): „Alles aber kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat... So treten wir nun als Gesandte Christi auf, denn durch uns lässt Gott seine Einladung ergehen. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“

Oft kommt es der ungläubigen Welt besonders gelegen, wenn Christen Fehler machen. Doch die Gemeinde des Herrn besteht aus unvollkommenen Menschen die Fehler machen. Sie ist nicht perfekt. Nur Jesus ist vollkommen und wir Christen werden aufgerufen seinem Vorbild nachzufolgen (1. Kor. 11,1). Allein Jesus Christus ist der vollkommene Maßstab an dem sich die Menschen orientieren sollen. Wer die begangenen Fehler der Christen fair beurteilen möchte, der wird auch festhalten, dass die Gemeinde viel mehr Gutes getan hat als Schlechtes. Was der Gemeinde in der Vergangenheit Schaden zufügte sind die vielen Irrlehrer und die falschen Gemeinden die im Namen Christi auftraten. Sie missbrauchten den Namen Christi für ihre Zwecke. Die wirklichen Gläubigen aber wirken nach wie vor in aller Stille und haben auf der ganzen Welt unermesslich viel Gutes getan für die Gesellschaft. Sei es durch Gebete, Wohltätigkeiten aller Art, gemeinnützige Dienste und viele andere guten Taten. Sie sind es die an den Familienwerten festhalten und in den örtlichen Gemeinden die göttlichen Prinzipien lehren die allen Menschen zum Segen dienen. Die Gemeinde besteht aus den besten Menschen die es in der Welt gibt. Wenn es auch noch vieles zu verbessern gibt so sind die Gläubigen das Licht der Welt das auf einem Berg scheint und allen Menschen den Weg zum himmlischen Vater beleuchten (Mt. 5,14-16).

Die Anbetung

Die Gemeinde dient nicht bloß den Gliedern und den Menschen in dieser Welt sondern in erster Linie Gott durch ihre Anbetung. Was ist Anbetung? Anbetung ist im weitesten Sinn Gottesdienst der täglich vierundzwanzig Stunden dauert (Röm. 12,1-2). Unser ganzes Leben gehört dem Herrn (Kol. 3,17). Die Anbetung Gottes bezieht sich nicht nur auf zwei drei Stunden in der Woche, in denen wir mit Gleichgesinnten uns versammeln um über Gott und unser Leben nachzudenken. Mit allem was wir reden und tun bemühen wir uns dem Herrn zu gefallen und seinem Willen zu gehorchen. Es geht jedoch in diesem Abschnitt nicht um die breite und generelle Ansicht von Anbetung. Eine detailliertere Auffassung über Anbetung bezieht sich auf die Ehrerbietung und den Lobpreis den wir unserem Schöpfer darbringen. Anbetung bedeutet Gott anbeten. Ein griechischer Begriff dem wir im Neuen Testament begegnen im Zusammenhang mit Anbetung wird übersetzt mit „sich niederwerfen vor jemandem, niederknien, fußfällig verehren, huldigen, die Füße einer Person küssen“ (Mt. 2,2.8.11; 4,9-10; Joh. 4,23-24; 1. Kor. 14,25; Offb. 4,10; 5,14). Bei der Anbetung loben und preisen wir Gott für seine Herrlichkeit. Die folgenden Bibelstellen geben uns einen Vorgeschmack auf die Atmosphäre, die vor dem Thron Gottes im Himmel herrscht (Offb. 4,1-5,14; Jes. 6,1-5; 56,7; Mt. 21,13). Dabei wäre es falsch zu denken, dass Gott selbstsüchtig, aufgeblasen sei und von uns die ganze Zeit angebetet werden will um sein Ego aufzubauen (Apg. 17,24-25; Ps. 50,10-12). Unser Schöpfergott befiehlt uns ihn anzubeten weil wir davon am meisten profitieren. Wir Menschen sind dazu geschaffen worden um Gott anzubeten. Das entspricht unserer Natur als geistige Wesen. In der Anbetung Gottes werden wir selbst ermutigt und ermutigen gleichzeitig andere.

Weil der allmächtige Gott allgegenwärtig ist kann die Anbetung überall stattfinden. Es gibt keine heiligen Stätte mehr oder bestimmte Gebäude in denen Gott angebetet werden kann (Joh. 4,19-24). Menschen können in gemieteten Räumen anbeten, zu Hause oder im Freien, eventuell sogar in Gebäuden die von einer christlichen Gemeinschaft gekauft wurden (Röm. 16,5; 1. Kor. 16,19; Kol. 4,15; Apg. 2,46; 5,42; 16,13; 20,7-8). Die christliche Anbetung ist nicht abhängig von Äußerlichkeiten sondern eine reine Herzensangelegenheit. Um Gottes Wohlgefallen in der Anbetung zu finden ist ein reines Herz und ein geheiligtes Leben erforderlich (Ps. 15,1-5; 24,3-4; Mt. 5,8). Gott ist Geist und wenn wir seinen Geist erreichen wollen dann geschieht das nur über unser Herz. Jesus erklärt (Joh. 4,24): „Gott ist Geist, und die zu ihm beten, müssen in Geist und Wahrheit beten.“ Gottes Wille ist es, dass wir mit andern Gläubigen uns regelmäßig versammeln um gemeinsam den Herrn anzubeten (Apg. 2,42).

Die ersten Gemeinden versammelten sich jeweils am ersten Tag nach dem Sabbat, das heißt am Sonntag um den Herrn anzubeten (Apg. 20,5-7; 1. Kor. 16,1-2). Die Juden beteten am Sabbat an, das ist am Samstag. Weil Jesus am ersten Tag der Woche, das heißt am Sonntag auferstand wurde dieser Tag zum „Tag des Herrn“ an dem sich Christen versammelten um den lebendigen Gott anzubeten (Offb. 1,10; Mt. 28,1; Mk. 16,1-2). Selbstverständlich können wir auch an anderen Tagen den Herrn anbeten indem wir die Bibel lesen und beten. So wachsen wir im Glauben und vertiefen unsere Beziehung zum Herrn (Mt. 6,6). Vielleicht gibt es die Möglichkeit sich mit andern Christen in den Häusern zu treffen um gemeinsam geistliche Lieder zu singen, zu beten und die Bibel zu studieren (Apg. 2,46; 5,42). Das kann eine große zusätzliche Bereicherung sein. Wichtig aber ist, dass wir uns möglichst einer örtlichen Gemeinde anschließen die die biblische Wahrheit lehrt und sich jeden Sonntag zur Anbetung versammelt. Das ist der Wille des Herrn (Heb. 10,25). Alle brauchen Zuspruch und die Unterstützung im Glauben durch die regelmäßigen Versammlungen mit andern Gläubigen.

Nicht alles was Christen in der Versammlung am Sonntag tun ist direkte Anbetung Gottes. Die regelmäßigen Zusammenkünfte sind dazu da uns gegenseitig zu ermutigen und zu lehren (1. Tim. 4,13; 1. Kor. 14,19.26). In der Anbetung wird auch gesungen. Einige Lieder sind Hymnen die Gott lobpreisen und andere dienen dazu einander zu ermahnen und zu ermutigen (Eph. 5,19-20; Kol. 3,16; Apg. 16,25; 1. Kor. 14,15). Auch Vorlesungen aus der Bibel zählen zu den beliebten Anbetungsformen die für die versammelte Gemeinde von großem Nutzen sind (Offb. 1,3; 1. Tim. 4,13; 1. Thess. 5,27). Lehren, Ermahnen und das Auslegen von Bibeltexten ist eine weitere Besonderheit der christlichen Anbetung die sehr wichtig sind für Christen im Glauben zu wachsen (1. Tim. 4,13-16; 5,17; 2. Tim. 2,1-2; 3,10.16; Apg. 20,20-21; Jak. 3,1). Schließlich wird in den Versammlungen auch die Gemeinschaft untereinander gepflegt und die gemeinsame Hingabe (Röm. 12,3-8.15; 16,16; 1. Kor. 16,20; 1. Joh. 1,3-4).

Die Gemeinde sammelt auch Kollekten für Bedürftige, unterstützt ihre Leiter und viele andere Projekte (Röm. 12,13; 15,25-27; 1. Kor. 9,1-4; 2. Kor. 8,1-9,15; Heb. 13,1-3; 1. Tim. 5,3-18; Jak. 1,27). Der Sonntag ist eine günstige Gelegenheit sich an den Sammlungen zu beteiligen (1. Kor. 16,2). Damit stärken wir unsere Zusammengehörigkeit und unsere Liebesgemeinschaft im Herrn. Das griechische Wort für den Interessenverband, die Verbundenheit, die Gemeinschaft, die tiefe Beziehung untereinander steht im engem Zusammenhang mit den finanziellen Mitteln die wir bereit sind aufzubringen für die Gemeinde. Darin zeigt sich was uns die örtliche Gemeinde Wert ist (2. Kor. 8,4; 9,13; Röm. 15,26; Heb. 13,16). Die Juden kannten gemäß dem Gesetz den Zehnten. Christen haben ein flexibleres System des Gebens je nach dem einer es vermag und der entsprechenden Notwendigkeit (1. Kor. 16,1-2).

Das Gebet ist ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen und privaten Anbetung. Christen glauben dass der lebendige Gott ihre Gebete hört und weil er sie liebt ihnen auch antwortet. Gott antwortet auf seine Weise, das heißt dass er uns nicht immer das schenkt wofür wir ihn bitten. Besonders dann nicht, wenn es nicht unserem Besten dient. Wir können sicher sein dass der Herr uns immer nur das Beste gibt, das was unserer geistlichen Auferbauung am meisten von Nutzen sein wird (Röm. 8,28). Jeder Gläubige sollte deshalb regelmäßig vom großen Nutzen des Gebets Gebrauch machen (1. Thess. 5,17; Röm. 12,12; Kol. 4,2; Lk. 18,1).

Meide alles was dein Gebetslegen hindert, z. B. respektlosen Umgang mit dem Ehepartner (1. Petr. 3,7), ein unversöhnlicher Geist (Mt. 6,14-15; Eph. 4,32), Unaufrichtigkeit, unwillig einsichtig zu sein (Ps. 66,18; Jes. 1,15), Sünden nicht bekennen (1. Petr. 3,12), Zweifel an Gottes uneingeschränkte Fähigkeiten (Jak. 1,6-8). Auf der andern Seite gibt es einiges das unser Gebetsleben unterstützt, z. B. ein lauteres Herz (Ps. 24,3-4), ein zuversichtlicher Geist (1. Joh. 3,21-22), eine ehrfürchtige Haltung (Mt. 6,9), Demut, Glaube an Gott (Mt. 21,22; Mk. 11,24), Aufrichtigkeit (Mt. 6,5-6; Ps. 17,1), ein dankbares Herz (Kol. 4,2; Phil. 4,6). Unser Herr ist uns auch ein großes Vorbild in Hinsicht auf das Gebetsleben (Joh. 17,1-26; Mt. 14,23; 26,36; Lk. 5,16; 6,12; 9,28). Er lehrte einiges über das Gebet (Lk. 11,5-13; 18,1-8). Auch Paulus und Jakobs betonen die Bedeutung des Gebets (1. Thess. 5,16-25; 1. Tim. 2,1-8; Jak. 5,13-18).

Als die Jünger Jesus fragten ob er ihnen beibringen könne zu beten, gab er ihnen das folgende Beispiel das die Hauptthemen eines Gebets beinhalten und sagte (Mt. 6,9-13; vergleiche Lk. 11,1-4):

„So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel. Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot! Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben haben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Das Herrnmahl oder das Abendmahl ist eine Erinnerungsfeier durch die Jesus Christus geehrt wird. Jesus selbst hat dieses Mahl eingeführt während seiner letzten Passafeier mit seinen Jüngern (Mt. 26,17-30; Mk. 14,22-24; Lk. 22,14-23; 1. Kor. 11,23-26). Dabei gebot er seinen Nachfolgern: „Das tut zu meinem Gedächtnis“ (1. Kor. 11,24-25). Der Zweck des Abendmahls besteht darin uns an Jesu Tod und seine Auferstehung zu erinnern (1. Kor. 11,24-26). Es darf nicht mit einem Festmahl oder Bankett verwechselt werden wo es darum geht unsere Mägen zu füllen (1. Kor. 11,34). Beim Herrnmahl geht es um ein geistliches Mahl der Besinnung, der Selbstprüfung und der Anbetung (1. Kor. 11,27-28). Es geht um die Gemeinschaft die uns mit andern Gläubigen vereint (1. Kor. 10,16-17; 11,29-33). Das Brot und die Frucht des Weinstocks symbolisieren den Leib Christi und sein Blut das er für uns vergoss am Kreuz. Dabei sollte ungesäuertes Brot gebraucht werden, d. h. Brot das ohne Hefe gebacken wurde, denn es ist das Symbol für Sündlosigkeit und Reinheit. Unser Herr war ohne Sünde und deshalb auch ein vollkommenes Opfer für unsere Sünden. Das ungesäuerte Brot erinnert uns an das Lamm Gottes ohne Fehl (1. Kor. 5,7; Mk. 14,1). Das Herrnmahl ist eine günstige Gelegenheit um unsere Hingabe an den Herrn zu erneuern und uns neu zu bemühen im Kampf gegen die Sünde (1. Kor. 11,27-32). Der Kelch besteht aus der Frucht des Weinstocks und symbolisiert das Blut Jesu mit dem der neue Bund aufgerichtet wurde. Wie die ersten Christen sich am ersten Tag nach dem Sabbat versammelten (Apg. 20,5-7; 1. Kor. 16,1-2), sollten auch wir jeweils am Sonntag regelmäßig zusammenkommen um als Gemeinde das Mahl des Herrn zu feiern indem wir den Tod Jesu verkündigen bis er wiederkommt (1. Kor. 11,26). Der Sonntag ist der Tag an dem Jesus von den Toten auferstand und deshalb wird er unter den Christen „Tag des Herrn“ genannt (Offb. 1,10).

In der römisch katholischen Kirche wird das Herrnmahl als Messe abgehalten die mit der irrigen Lehre der „Transsubtantiation“ (= Verwandlung) verbunden ist. Es wird geglaubt dass das Brot und der Wein sich buchstäblich verwandeln in den Leib und das Blut Jesu Christi, der während der Zeremonie erneut geopfert würde. Im Gegensatz dazu lehrt das Neue Testament dass Jesus für die Menschheit ein für alle Mal geopfert wurde am Kreuz (Heb. 7,27; 9,12.24-28; 10,10-14; Röm. 6,9). Er wird nicht immer wieder von neuem geopfert. Jesus meinte das bildlich als er sagte (Mt. 26,26-28): „Nehmt, esst! Das ist mein Leib“ und beim Kelch: „Trinkt alle daraus! Denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“

Er meinte damit sicher nicht dass die Jünger nun seinen Leib verspeisen und sein Blut trinken sollten. Er hielt ja das Brot und den Kelch in seinen Händen. Wie viele andere Aussagen Jesu ist auch diese bildlich zu verstehen (Joh. 10,7.14; 15,5; Mt. 5,13-14). Christen glauben nicht an diese Verwandlungs-lehre sondern an die Gegenwart Jesu, wenn die versammelte Gemeinde anbetet (Mt. 18,20). Das Brot und der Kelch sind Symbole die uns daran erinnern dass der Leib und das Blut Jesu für unsere Sünden am Kreuz geopfert wurden auf Golgota.

Das Neue Testament gibt uns keine weiteren Anweisungen wie die Anbetung gestaltet werden sollte. Wir lesen nur dass Gott die Leitung für den Gottesdienst den Männern übergab als sich die Gemeinde am Sonntag in den Häusern und an andern Orten zur Anbetung versammelte (Gn. 1,26-27; 2,18; 3,16; 4,7; 1. Kor. 11,2-16; 14,33b-36; Gal. 3,28; Eph. 5,21-33; Kol. 3,18-19; 1. Tim. 2,1-15; 3,1-13; 1. Petr. 3,1-7). Es ist wichtig dass wir die richtige Einstellung haben wenn wir zur Anbetung erscheinen, damit sie im Geist und in der Wahrheit geschieht (Joh. 4,24; 1. Kor. 14,40). Die traditionelle Form eines Gottesdienstes am Sonntag bestand seit je her aus Gebeten, Gesängen, Vorlesungen aus der Bibel, Verkündigungen des Wortes Gottes, aus dem Herrnmahl und Kollekten.

Die Zukunft

Von der christlichen Seite betrachtet hat die Weltgeschichte einen Anfang an dem alles geschaffen wurde (Gen. 1) und ein Ende an dem Jesus Christus ein zweites Mal erscheinen wird. Nach diesem zweiten Kommen wird jeder vor Gott und Christus gestellt um gerichtet zu werden. Dort findet entweder ein Freispruch zum ewigen Leben statt oder eine Verurteilung zur ewigen Verdammnis. Gott ist souverän (d. h. unabhängig) und führt die Geschichte nach seinem Willen zum Ziel. Das Ziel ist die Verherrlichung des Herrn Jesus Christus (Phil. 2,9-11; Kol. 1,16). Das Leben kommt von Gott und die Hoffnung auf das ewige Leben gründet allein auf dem Herrn (1. Tim. 6,16). Wo werden wir einmal sein? Es gibt keine wichtigere Antwort als die Gewissheit was die Zukunft für mich bereit hält (Ps. 90,12; Jak. 4,14; Mt. 16,26).

Als menschliche Wesen müssen wir alle früher oder später einmal sterben. Die Bibel lehrt keine Reinkarnation (= leibliche Wiedergeburt) oder Seelenwanderung mit mehreren Leben auf dieser Erde. Es heißt in der Bibel, dass wir alle einmal sterben werden (Heb. 9,27). Weil wir Menschen einen unsterblichen Geist (oder eine Seele) besitzen werden wir nach dem physischen Tod geistig weiterleben (2. Kor. 5,1; 2. Petr. 1,13-14). Der Tod wird in der Bibel als Trennung zwischen Fleisch und Geist beschrieben. Unser Leib lebt nur solange der Geist in ihm ist (Jak. 2,26). Wir haben eine ganz natürliche Furcht vor dem Tod, doch das Evangelium schenkt uns Hoffnung und hilft uns diese Furcht zu besiegen (Ps. 39,5; Röm. 7,24; Heb. 2,15; 1. Kor. 15,26; Phil. 1,21-23). Aus dem Alten Testament erfahren wir nicht viel über das Leben nach dem Tod. Dieses Thema wurde Jesus Christus überlassen. Er erklärte es ausführlicher in den neutestamentlichen Schriften. Paulus sagt über Jesus (2. Tim. 1,10): „Er hat den Tod besiegt und hat aufleuchten lassen Leben und Unsterblichkeit, durch das Evangelium“. Durch Jesus wurde „der Stachel des Todes“, das ist die Sünde, unschädlich für uns. „Verschlungen ist der Tod in den Sieg“ Dank unserem Herrn Jesus Christus (1. Kor. 15,54-57).

Was wird aus unserer Seele nach dem fleischlichen Tod bis zum jüngsten Gericht? Dieser Zustand wird als Zwischenstadium bezeichnet. Einige sind der Meinung dass die Seele in dieser Zeit schläft bis zum zweiten Kommen Christi. Obschon die Bibel von einem schlafenden Zustand spricht so ist das vermutlich bloß eine bildliche Beschreibung die den Unterschied zwischen Lebenden und Toten darstellt (1. Thess. 4,13). Im schlafenden Zustand ist niemand mehr aktiv in dieser materiellen Welt (Offb. 14,13). Andere Schriftstellen führen zum Schluss dass die Seelen nach dem Tod in vollem Bewusstsein sind (2. Kor. 5,8; Lk. 16,19-31). Die Seele oder der Geist eines Verstorbenen geht in den Scheol oder Hades. Der Hades ist unterteilt in zwei Bereiche (Lk. 16,26). Die Gerechten oder Geretteten befinden sich im Paradies (Lk. 23,39-43; Apg. 2,27), während die Ungerechten oder Verlorenen sich im Bereich der Qualen aufhalten (Lk. 16,23). Mit dem fleischlichen Tod ist unser ewiges Schicksal endgültig besiegelt. In der Bibel finden wir keinen Hinweis auf eine zweite Gelegenheit nach dem Tod. Auch finden wir nichts über ein Fegefeuer durch das die Meisten gehen müssen um gereinigt zu werden bevor sie in den Himmel kommen. Als treue Gläubige brauchen wir keine Angst zu haben vor dem Tod, denn das Opfer Jesu Christi vermag alle unsere Sünden zu tilgen (1. Joh. 1,6-10). Leider wird in der römisch katholischen Kirche durch das Dogma des Fegefeuers fälschlicherweise gelehrt dass Gottes Vergebung, die wir durch die Taufe empfangen haben, begrenzt sei.

Das Ende der Welt wird sein wenn Jesus Christus wiederkommt. Niemand kennt den Tag noch die Stunde der Wiederkunft Christi (Mt. 24,44). Sogar Jesus sagte, er wüsste nicht wann dies stattfinden werde, sondern nur der Vater allein (Mt. 24,36). Jeder nehme sich in Acht vor denen die ein bestimmtes Datum festlegen und behaupten sie könnten die Zeichen lesen um zu wissen wann dies alles stattfindet. Der Herr hat versprochen, dass Jesus wiederkommen werde. Seine Versprechen hielt Gott immer alle ein. Auch wenn es viele Zweifler gibt, so wollen wir dem Herrn vertrauen. Einige versuchen bei Gott ihre eigenen menschlichen Pläne durchzusetzen, aber der Herr handelt nach seinem Willen (2. Petr. 3,1-14). Weil wir nicht wissen, wann Jesus wiederkommt, ist es umso wichtiger, dass wir jederzeit bereit sind für ihn (Mt. 24,44). Die Hinweise auf seine Wiederkunft und auf das Ende der Welt motiviert uns ein heiliges Leben zu führen. Petrus erklärt (2. Petr. 3,11): „Wenn sich nun dies alles derart auflöst, wie entschlossen müsst ihr dann euer Leben führen, heilig und fromm!“ Die Wiederkunft Christi bedeutet Rettung für unsere Seelen und ein sicheres Zuhause im Himmel. Deshalb wird sie auch als „wunderbare Hoffnung“ bezeichnet (Tit. 2,13).

Wenn Jesus in diese Welt zurückkehrt, dann wird die ganze Menschheit, die je auf dieser Erde gelebt hat auferstehen. Jesus sagt (Joh. 5,28-29): „Wundert euch nicht, dass es heißt: Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden - die das Gute getan haben, zur Auferstehung ins Leben, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung ins Gericht.“ Alle Verstorbenen werden auferstehen und die welche noch leben werden mit ihnen zum Endgericht erscheinen bevor sie in die Ewigkeit eingehen (1. Thess. 4,13-18). Unsere Seele oder unser Geist wird an diesem Tag einen neuen geistigen Leib empfangen, der niemals sterben wird (1. Kor. 15,35-57). Wir wissen nicht wie dieser Leib sein wird, aber wir wissen, dass er sein wird wie der auferstandene Leib Christi (1. Joh. 3,2).

Unmittelbar nach der Wiederkunft Christi wird das Ende der Welt sein an dem alle Menschen gerichtet werden. Dieses Gericht wird von Gott und von Jesus Christus durchgeführt (Joh. 5,22.27; Apg. 17,30-31; Röm. 14,10; 2. Kor. 5,10; 2. Tim. 4,1; Heb. 12,23). Wir werden gerichtet aufgrund unserer Werke, d. h. aufgrund dessen was wir getan oder nicht getan haben. Die Grundlage dafür ist Gottes Wort (Offb. 20,12; Joh. 12,48; Röm. 2,6.16). Dabei werden die Geretteten von den Verlorenen getrennt (Mt. 25,31-46). Den Geretteten wird gesagt: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, empfangt als Erbe das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.“ Den Verloren aber wird gesagt: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist für den Teufel und seine Engel!“ Für den Gläubigen an Christus ist der große Gerichtstag kein Grund zur Angst. Vielmehr ist es der Tag seiner Belohnung (Röm. 8,1; Mk. 9,41; Lk. 6,35).

Der Himmel ist die Bezeichnung für die Ewigkeit in der Gott mit seinen treuen Kindern vereint und glücklich sein wird. Um den Himmel besser verstehen zu können gebraucht die Bibel verschiedene Bilder und Gleichnisse. Doch die himmlische Herrlichkeit ist zu wunderbar, und das menschliche Auffassungsvermögen zu beschränkt um in menschlichen Sprachen für jedermann verständlich erklärt werden zu können (Offb. 21,1 - 22,5). Es ist als ob man versuchen würde einer Ameise das Internet verständlich zu machen. Im Himmel werden wir Gläubigen bei unserem Herrn Jesus sein (Joh. 14,1-3; Phil. 1,23; 1. Thess. 4,16-17). Es wird wie ein großes Fest oder Gastmahl sein (Mt. 22,1-14; Offb. 19,9). Der Apostel Johannes sah die folgende himmlische Vision (Offb. 21,3-4; 22,1-5):

„Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott. Und abwischen wird er jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal wird mehr sein; denn was zuerst war, ist vergangen.“

„Und er zeigte mir den Fluss mit dem Lebenswasser, der klar ist wie Kristall, und er entspringt dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen der Straße und dem Fluss, nach beiden Seiten hin, sind Bäume des Lebens, die zwölfmal Frucht tragen. Jeden Monat spenden sie ihre Früchte, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. Und nichts Verfluchtes wird mehr sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird dort sein, und seine Knechte werden ihm dienen. Sie werden sein Angesicht schauen, und auf ihrer Stirn wird sein Name stehen. Keine Nacht wird mehr sein, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn Gott, der Herr, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Die Hölle ist die Bezeichnung für die Ewigkeit der Verdammnis in der alle Ungläubigen sich befinden. Das Wort „Hölle“ bezog sich ursprünglich auf eine Müllhalde außerhalb Jerusalems. Es war ein Ort an dem der Abfall Tag und Nacht von Feuer loderte. Es rauchte und stank fürchterlich. Diese bildliche Darstellung dient dazu dass niemand freiwillig dorthin gehen will. Die bildlichen Beschreibungen über die Hölle sind genauso zu verstehen wie die über den Himmel. Die Hölle wird von Dunkelheit beherrscht, was Trennung oder Verdammnis von Gott bedeutet (Mt. 25,30; 2. Petr. 2,4; Jud. 13). Es ist die Rede von Feuer, Rauch (Mt. 13,42; 25,41; Mk. 9,48; Offb. 20,10-15) und von Qualen (Mt. 25,30; Offb. 14,11). Eine Person die verurteilt wird in die Hölle zu gehen, wird dort nie mehr herauskommen. Die Verlorenheit ist endgültig und es gibt keine Hoffnung mehr (Mt. 25,10.46; Offb. 14,11). Das erklärt auch weshalb Jesus die Menschen warnte vor der Hölle (Lk. 12,4-5; 13,28; Mt. 5,29-30; 10,28).

Vorsicht vor falschen Lehren wie Prämillenialismus oder Dispensationalimus. Vertreter dieser falschen Lehren legen sich oft mit Daten für die Wiederkunft Christi und das Ende der Welt fest. Sie sprechen auch von einer Entrückung und einer tausendjährigen Herrschaft Christi auf Erden. Es wird aber kein heimliches Verschwinden geben, in denen Gläubige plötzlich entrückt werden, noch wird Jesus wiederkommen, um auf dieser Erde 1'000 Jahre zu regieren. Wenn Jesus wiederkommt werden alle auferstehen. Anschließend folgt der große Gerichtstag der in die Ewigkeit führt, Himmel und Erde aber werden vergehen (Joh. 5,28-29; 1. Thess. 4,13-17; Heb. 9,28; Offb. 1,7; 1. Kor. 15,23-24).

Prämillenialisten machen zwei große Fehler beim Auslegen der Bibel. Erstens meinen sie das Reich Gottes und die Herrschaft Christi sei materialistisch. Doch das Reich und die Königsherrschaft Christi ist aufgerichtet und existiert in der unsichtbaren Welt (Joh. 18,36; Röm. 14,17). Jesus ist bereits der König der Könige und das Reich Gottes existiert (Mt. 3,2; 11,12; 12,26-28; Mk. 9,1; Lk. 1,32-33; 16,16; Apg. 2,29-33; 7,56; Eph. 1,20; Kol. 1,13; Heb. 2,9; 12,28; Offb. 1,6.9; 11,15). Zweitens nehmen sie viele erfüllte Schriftstellen und behaupten sie müssten noch in der Zukunft in Palästina erfüllt werden. Doch die meisten Stellen die zitiert werden sind bereits erfüllt. Sie wurden entweder bei der Rückkehr Israels aus der babylonischen Gefangenschaft erfüllt oder bei der Zerstörung Jerusalems durch die Römer, 70 nach Christus (Mt. 24,1-28; Mk. 13,1-23; Lk. 21,5-36). Sie behaupten weiter, das Buch der Offenbarung prophezeie Ereignisse die noch nicht stattfanden. Doch die Offenbarung des Johannes wurde fast völlig erfüllt, nur die Wiederkunft Christi steht noch aus. Das Hauptthema der Offenbarung ist die Verfolgung der frühen Gemeinden durch das römische Reich (Offb. 17,1-2.15-18). Die Gläubigen weigerten sich damals die Gottheiten und römischen Herrscher anzubeten (Offb. 1,9; 2,10.13; 6,9-11; 7,9.13-14; 9,20-21; 12,17; 13,5-6.15-17; 14,9-13; 16,2.5-6; 17,6; 18,24; 19,2.20; 20,4).

Die Dreieinigkeit

Der Begriff Dreieinigkeit kommt in der Bibel nicht vor. Darunter wird die Lehre über Gottes Wesen verstanden. Christen sind Monotheisten, das heißt, sie glauben, dass es nur einen Gott gibt. Viele Religionen sind polytheistisch weil sie an viele Götter glauben. Doch Christen und Juden glauben nur an einen Gott (Dt. 6,4; Mk. 12,29; 1. Kor. 8,4; Jak. 2,19). Diesen Gott kennen Christen als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Obschon diese Drei eine unzertrennliche Einheit bilden, sind sie unterschiedlich in ihrem Wesen. Wir haben uns bereits damit befasst, dass Jesus Christus Gott ist (Joh. 1,1; 20,28; Phil. 2,6). Als Gottheit ist Jesus anbetungswürdig (Offb. 5,1-14). Dasselbe gilt für den Vater und den Heiligen Geist.

Der Vater ist Gott, das heißt er ist Teil der Gottheit (1. Kor. 8,6; Gal. 1,1; Eph. 4,6; 1. Petr. 1,2; Joh. 6,27). Wenn in der Bibel von „Gott“ die Rede ist und keine weiteren Definitionen gegeben werden, dann wird sehr oft auf den Vater Bezug genommen. Gott ist großartig in seinem Wesen und Charakter. Die folgenden Hinweise sind nur ein paar Eigenschaften von Gott, dem Vater. Er ist unabhängig (Jes. 40,13-14; Ps. 50,12; Apg. 17,25), ewig (Ps. 90,2-4; Dt. 32,40; Jak. 1,17), ein geistliches Wesen (Joh. 4,24; Dt. 4,15; Apg. 17,29), allmächtig (Jes. 14,27; Ps. 2,4), allwissend (Ps. 147,5), allgegenwärtig (Jer. 23,23-24; Ps. 139,7-12), liebend (1. Joh. 4,8; Ps. 118,1-29; Röm. 8,35-39), heilig (Jes. 6,3-5; Ps. 99,9; Offb. 15,4), gnädig (Dt. 4,31; Ps. 145,8), gerecht (Jes. 5,16; Ps. 11,7). Gott ist großartig, majestätisch, erstaunlich und aller Anbetung und Verehrung würdig (Offb. 4,1-11; Mt. 4,10; Lk. 4,8; Dt. 6,13).

Der Heilige Geist ist Gott, das heißt er ist Teil der Gottheit. In der Apostelgeschichte 5,3-4 lesen wir von Ananias der den Heiligen Geist belog und damit auch Gott (weitere Referenzen: 1. Kor. 3,16-17; 6,19-20). Der Grund dafür ist weil der Heilige Geist Gott ist. Der Heilige Geist besitzt die Eigenschaften Gottes (Röm. 8,2; Joh. 16,13; Heb. 9,14; Ps. 139,7) und vollbringt Dinge die nur Gott tun kann (Gen. 1,2; Ps. 104,30; Joh. 3,8; 16,8; Röm. 8,11; 2. Petr. 1,21). Er ist Gott gleich (Mt. 28,19; 2. Kor. 13,13) und empfängt deshalb auch Ehre und Anbetung wie sie nur Gott zusteht (1. Kor. 3,16). Der Heilige Geist ist also nicht sächlich oder bloß eine Kraft. Der Heilige Geist ist eine Person, die belogen und betrübt werden kann (Apg. 5,3-4; Eph. 4,30). Der Heilige Geist wohnt in den Gläubigen, heiligt und stärkt sie (Apg. 2,38; 5,32; Röm. 8,9-16.26; 1. Kor. 3,16-17; 6,11.19-20; 12,13; 2. Kor. 1,22; 5,5; Gal. 4,6; Eph. 1,13; 3,14-16; Tit. 3,5; 1. Joh. 4,13; Jud. 19). Der Heilige Geist nimmt sich unserer Schwachheit an und tritt für uns ein bei Jesus (Röm. 8,26-27).

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist bilden zusammen eine einzige Gottheit. Sie sind gleichrangig und vereint in einem (Joh. 10,30; Mt. 28,19; Joh. 15,26; 1. Petr. 1,2; 1. Kor. 12,4-6). Paulus drückt das in seinen Segenswünschen an die Korinther so aus (2. Kor. 13,13): „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen.“ Die Lehre der Dreieinigkeit meidet beide Extreme; der absolute Monotheismus und der Polytheismus. Christen glauben dass ein Unterschied gemacht werden muss zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Gleichzeitig lehnen sie den Glauben an drei Gottheiten ab. Wie ist das zu verstehen? Für vergängliche Geschöpfe mit menschlichen Beschränkungen ist es unmöglich Gott in seinem Wesen vollkommen zu verstehen. Genauso verhält es sich mit der Ewigkeit Gottes. Menschliche Wesen sind nicht fähig Gott vollkommen zu begreifen. Der dreieinige Gott ist und bleibt für uns Menschen ein Geheimnis das schon große Gelehrte versuchten in den letzten 2'000 Jahren zu verstehen. Alles was wir sagen können ist, dass Gott aus dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist besteht.

Der Heilige Geist und die Wunder

Durch die Macht des Heiligen Geistes tat Gott viele Wunder von denen uns die Bibel berichtet. Der Zweck dieser Wunder diente hauptsächlich der Beglaubigung des Wortes Gottes (Mt. 9,4-5; 12,28-29; Mk. 2,10-11; 16,17-20; Lk. 5,24; Joh. 21,24-25; Apg. 2,32-33; 2. Kor. 12,12). Im Hebräerbrief wird uns erklärt wie der allmächtige Gott uns Menschen sein Heil überlieferte (Heb. 2,3b-4): „Dieses [Heil] nahm seinen Anfang mit der Verkündigung durch den Herrn und wurde uns von denen, die sie hörten, verlässlich weitergegeben und zugleich von Gott bestätigt durch Zeichen und Wunder und vielerlei machtvolle Taten und Gaben, die der heilige Geist nach seinem Willen austeilt.“ Nachdem Gottes Offenbarung in Christus vollständig überliefert wurde erübrigten sich auch die Zeichen und Wunder, denn sie hatten ihren Zweck erfüllt. In der Bibel kann festgestellt werden wie die Zeichen und Wunder im ersten Jahrhundert immer mehr abnahmen bis sie schließlich im zweiten Jahrhundert ganz verschwanden.

Die modernen Zeiterscheinungen in denen verschiedene Religionen ihre Wunder versuchen zu rechtfertigen sind im Vergleich zu damals äußerst schwach. Vieles basiert auf manipulierten psychischen Wahrnehmungen. Oft wird auch von einem Wunder geredet ohne dass ein übernatürliches Phänomen stattfand. Andere Behauptungen von Wundererfahrungen in der heutigen Zeit können leicht erklärt werden, da sie ganz normale oder natürliche Erscheinungen sind. Zum Beispiel die Behauptung in Zungen reden zu können ist nicht mit den neutestamentlichen Gaben zu vereinbaren. In Zungen zu reden bedeutete in der Zeit des Neuen Testaments in fremden nie erlernten Sprachen sich auszudrücken (Apg. 2,6.8). Doch die vielen modernen Zungenredner, die frei daher Babbeln und von ihren angeblichen Übersetzern willkürlich interpretiert werden täuschen nur ihre Zuhörer. Sie werden einmal für ihre unrechten Taten Gott Rechenschaft geben müssen. Vieles basiert auf Verführungen und fernöstlichen Tricks. Tausende von naiven und leichtgläubigen Menschen wurden schon verzweifelt zurück gelassen. Sie alle hofften vergebens von ihren Lähmungen oder anderen schweren Krankheiten geheilt zu werden. Immer wieder werden diese schändlichen Spiele von Wissenschaftlern oder Medienleuten aufgedeckt. Das alles schadet dem Christentum. In der heutigen Zeit besitzt kein Mensch mehr die Macht Wunder zu bewirken, Kranke zu heilen, in andern Sprachen zu sprechen oder Tote zu auferwecken.

Es entspricht nicht Gottes Plan, dass Zeichen und Wunder in allen Zeitaltern stattfinden. Wunder waren dazu da um die neue Botschaft, die allen Menschen galt zu bestätigen und den Heilsplan Gottes zu unterstützten. Nachdem diese Verkündigung vollendet war sollten die Menschen an die für sie speziell aufgeschriebenen Wunder glauben (Joh. 20,30-31). Gott will nicht, dass die Menschen sich an zusätzliche Hilfen klammern um glauben zu können. Gott will, dass die Menschen ihren Weg „im Glauben“ gehen und „nicht im Schauen“ (2. Kor. 5,7). Nachdem die Botschaft Jesu Christi für alle Gläubigen der künftigen Generationen niedergeschrieben wurde brauchte es keine weiteren Wunder mehr. Deshalb stellte Gott die Wunder ein. Das machte die Gemeinde reif und erwachsen. Sie verhielt sich nicht mehr wie kleine Kinder, die für ihren Glauben ständig durch Wunder bestätigt werden musste. Paulus nimmt darauf Bezug wenn er vom „Vollkommenen“ spricht (1. Kor. 13,8-13; Eph. 4,11-16). Wer in der heutigen Zeit immer noch nach Wundern fragt kehrt zum Kindesalter der Gemeinde zurück als sie unmündig war (Mt. 12,38-39; 1. Kor. 13,11). Selbst wenn es damals in der neutestamentlichen Gemeinde noch Wunder gab bezeichnete sie Paulus als weniger wichtig und betonte dass die Agape-Liebe im christlichen Leben viel wichtiger sei (1. Kor. 12,29 - 13,13). Was unbedingt überleben sollte durch das ganze christliche Zeitalter war der Glaube, die Hoffnung und die Liebe. Paulus erklärte: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die größte unter ihnen aber ist die Liebe“ (1. Kor. 13,13; Mt. 22,36-40).

Die heiligen Schriften

Die Dokumente die das Alte und das Neue Testament umfassen bilden die Bibel und sind für das christliche Leben maßgebend. Sie beanspruchen volle göttliche Autorität, denn sie offenbaren uns den Willen Gottes. Darin erfahren wir wie Gott in der Geschichte handelte um die Menschheit zu erlösen (Ps. 119,105). Das Außergewöhnliche an der Bibel ist, dass der Heilige Geist den Autoren beistand in allem was sie niederschrieben. Deshalb werden diese Bücher auch Heilige Schriften genannt, denn die Originalquelle ist Gott (Heb. 4,12). Diese Schriften sind nicht bloß Meinungen oder Interpretationen von verschiedenen Autoren (2. Petr. 1,20-21). Paulus sagt (2. Tim. 3,16-17): „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit. So wird der Mensch Gottes vollkommen sein, befähigt zu jedem guten Werk.“ Es gibt viele gute Bücher die auf dem Markt sind und unserer Weiterbildung dienen. Die Bibel ist jedoch einzigartig, weil sie beim Lesen unseren Glauben an Gott fördert und unsere Seelen zu retten vermag (Jak. 1,21; 2. Tim. 3,15; 1. Petr. 1,22-25; Joh. 20,30-31).

Die Bibel ist eine Sammlung von sechsundsechzig Büchern, die von über vierzig Autoren in einen Zeitraum von mehr als 1'500 Jahren entstand. Sie wird in zwei Hauptteile unterteilt; in ein altes und in ein neues Testament. Die alttestamentlichen Schriften wurden im mosaischen Zeitalter geschrieben. Sie enthalten Anweisungen für das Volk Israel wie es leben und anbeten soll. Sie enthalten aber auch Geschichte, Dichtung, Lieder zur Anbetung, Weisheiten und prophetische Ankündigungen. Das Alte Testament zählt zu den inspirierten heiligen Schriften, die uns den Willen Gottes verkündigen (2. Tim. 3,16; 2. Petr. 1,21; Joh. 10,35). Christen halten sich nicht mehr an das Gesetz des Alten Testaments, da diese Gesetze den Juden galten, die im mosaischen Zeitraum lebten (Dt. 5,1-2; Ez. 20,10-12). Als Jesus kam begann ein neues Zeitalter (Mt. 5,17; Kol. 2,14; Eph. 2,15; Röm. 6,14; 7,4; 10,4). Das Alte Testament hatte eine vorbereitende Funktion auf das was im Neuen Testament kommen sollte. Christen leben heute unter dem Neuen Bund (Gal. 3,23-26; Heb. 7,12; 8,1-13; 10,1-10; Kol. 2,14). Deshalb opfern Christen heute auch keine Tiere mehr wie das unter dem Alten Bund der Fall war. Denn Jesus Christus ist unser einziges Opfer.

Obschon Christen nicht mehr unter dem Gesetz Mose leben, gibt es dennoch viele gute Gründe das Alte Testament zu lesen und zu studieren. Die frühe Gemeinde predigte aus dem Alten Testament, zitierte und studierte es (Apg. 2,14-36; 8,31-35; 17,2-3.11; 18,28; 28,23). Paulus bestätigt dass es für Christen sehr nützlich ist und als gutes Beispiel dient (1. Kor. 10,11; Röm. 15,4), weil es viele Lebensprinzipien enthält. Die alttestamentlichen Persönlichkeiten veranschaulichen uns in praktischer Art und Weise was gut und böse ist. Dabei können viele Prinzipien ins Neue Testament übertragen werden. Das Alte Testament ist auch eine wichtige historische Quelle. Es weist vorausschauend auf Jesus Christus hin. Wir lernen dabei Gottes Wesen und Charakter kennen. Es lehrt uns wichtige Wahrheiten um ein gutes christliches Leben zu führen. Doch, Vorsicht! Viele religiöse Vorschriften waren für das Volk Israel bestimmt und haben für unser neues Leben in Christus keine Bedeutung (Gal. 5,4).

Die neutestamentlichen Schriften sind notwendig, weil sie die geschichtlichen Ereignisse über Jesus und die frühe Gemeinde enthalten. Zudem wird Gottes Heilsplan in Jesus Christus ausführlich erklärt. Das Neue Testament enthält einzigartige Dokumente die von Augenzeugen geschrieben wurden, die vom Leben, von den Wundern, vom Tod und von der Auferstehung Christi sprechen. Einige der neutestamentlichen Briefe wurden sogar von den Aposteln Jesus verfasst (Röm. 1,1; Gal. 1,1; 1. Petr. 1,1; 2. Petr. 1,1). Bevor jemand mit dem Alten Testament beginnt, sollte er die Evangelien und die übrigen Briefe des Neuen Testaments gelesen haben.

Die alttestamentlichen Schriften

Genesis: Die historische Entwicklung der Schöpfung der Welt, der Beginn der Menschheit und Gottes Umgang mit ihnen durch das patriarchalische Zeitalter. Die ersten fünf Bücher des Alten Testaments werden Pentateuch genannt.

Exodus: Die Befreiung Israels aus der ägyptischen Knechtschaft.

Leviticus: Zeremonielle Riten und Gesetze für Israel.

Numeri: Ein Bericht über die Wanderungen Israels in der Wüste.

Deuteronomium: Das Bundesgesetz zwischen Gott und Israel.

Josua: Die Einnahme und Aufteilung des verheißenen Landes durch die Stämme Israels.

Richter: Die historische Entwicklung Israels vor der Monarchie.

Rut: Die geschichtlichen Ereignisse der Urgroßmutter König Davids.

1. Samuel: Das Leben von Samuel, Saul und David.

2. Samuel: Mehr über das Leben Davids, den zweiten König über Israel.

1. Könige: Das Leben Salomos und anderer Könige. Teile des Prophetenlebens Elija.

2. Könige: Elija, Elischa und die geschichtlichen Ereignisse der Königreiche.

1. Chronik: Stammbäume und erneute Erzählung von Davids Herrschaft.

2. Chronik: Eine Wiedererzählung der Herrschaft Salomos und anderer Könige bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier.

Esra: Die Israeliten kehren aus Babylon zurück und bauen den Tempel wieder auf. Das Wirken Esras.

Nehemia: Der Wiederaufbau Jerusalems Stadtmauern unter der Führung Nehemias.

Ester: Die Rettung der Juden durch Ester während der persischen Periode.

Hiob: Eine dramatische Diskussion über Gottes Gerechtigkeit.

Psalmen: Eine Sammlung von Liedern und Gebeten der Israeliten.

Sprüche: Eine Sammlung von Weisheiten. Die meisten stammen von Salomo.

Kohelet: Eine Diskussion über den Sinn und Zweck des Lebens.

Hoheslied: Ein Liebesgedicht.

Jesaja: Prophetische Aussprüche über das souveräne Reich Gottes und die messianische Hoffnung. Dieses und die folgenden Bücher zählen zu den prophetischen Schriften.

Jeremia: Prophetische Aufrufe zum Untergang Judas durch die Babylonier.

Klagelieder: Eine Klage über das besiegte Jerusalem unter Babylon.

Hesekiel: Prophetische Visionen in Babylonien über Judas Untergang und eventuelle Wiederherstellung.

Daniel: Einige Ereignisse während der babylonischen Gefangenschaft und eine Bestätigung dass Gott die ganze Menschheitsgeschichte unter Kontrolle hat.

Hosea: Untreue Israels und die Liebe Gottes, illustriert durch die Ehe Hoseas mit Gomer.

Joel: Heuschreckenplage und Aufruf zur Umkehr.

Amos: Aufruf zur sozialen Gerechtigkeit in Israel.

Obadja: Edom wird verurteilt weil sie sich an der Züchtigung Israels freut.

Jona: Ein widerwilliger Prophet predigt zur Stadt Ninive.

Micha: Anklage für Ungerechtigkeiten und leere Rituale. Erklärung wie wahre Anbetung stattfindet.

Nahum: Ansage von Gottes Souveränität die sich im Gericht über Ninive demonstriert.

Habakuk: Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit das herausgefordert wird durch die Unterdrückung der Armen und den Wohlstand der bösen Menschen.

Zefanja: Das Gericht Gottes über die Sünden Judas und anderen Nationen.

Haggai: Die Juden werden ermutigt den Tempel wieder aufzubauen.

Sacharja: Der Wiederaufbau des Tempels und die messianische Hoffnung.

Maleachi: Das sündhafte Israel wird ermahnt umzukehren.

Die neutestamentlichen Schriften

Matthäus: Das erste der vier Evangelien welches uns über Leben und Lehre Jesu Christi berichtet.

Markus: Das kürzeste der vier Evangelien welches die Betonung auf die Werke Jesu setzt und nicht so sehr auf seine Lehren.

Lukas: Das Evangelium welches Jesu Liebe allen Menschen erweist.

Johannes: Das letzte Evangelium wurde geschrieben um die Leser zum Glauben an Jesus zu überzeugen.

Apostelgeschichte: Geschichtliche Ereignisse der frühen Gemeinde die uns von den großen Taten des Apostels Petrus und Paulus berichten.

Römer: Einer der dreizehn Briefe des Apostels Paulus das den Heilsplan Gottes in Jesus Christus darlegt.

1. Korinther: Ein Versuch die Probleme in der Gemeinde Korinth zu korrigieren.

2. Korinther: Paulus verteidigt sich und seinen Aposteldienst.

Galater: Gerechtigkeit die aus Glauben kommt wird verteidigt gegen die Bemühungen jüdische Rituale in die Gemeinde einzuführen.

Epheser: Gottes Plan vor Grundlegung der Welt war Christus und die Gemeinde.

Philipper: Die Freude des Evangeliums und Dankbarkeit des Paulus.

Kolosser: Eine erste Irrlehre wird durch die Vorrangstellung Christi widerlegt.

1. Thessalonicher: Das zweite Kommen Christi, das Gemeindeleben und der Dienst des Paulus.

2. Thessalonicher: Ermahnung zu Arbeiten bis Christus wiederkommt.

1. Timotheus: Ein Brief der Ermutigung an einen jungen Prediger der mit verschiedenen Schwierigkeiten und falschen Lehrern konfrontiert wird.

2. Timotheus: Ein anderer Brief der Ermutigung an Timotheus kurz vor dem Tod des Paulus.

Titus: Anleitungen für einen anderen jungen Prediger.

Philemon: Versuch einen entlaufenen Sklaven, der sich kürzlich bekehrte zu seinem christlichen Besitzer zurückzuführen.

Hebräer: Die Überlegenheit Christi als Hoher Priester und der bessere Bund, der über dem alten System steht.

Jakobus: Praktische Anleitungen zum täglichen Leben als Christ.

1. Petrus: Geheiligtes Leben führen mitten in wachsender Verfolgung.

2. Petrus: Probleme mit falschen Lehrern in der Gemeinde.

1. Johannes: Erneute Bestätigung für die Gemeinde die mit der Irrlehre des Gnostizismus konfrontiert wird.

2. Johannes: Wichtigkeit die Treuen zu lieben und den falschen Lehrern zu widerstehen.

3. Johannes: Ein persönlicher Dankesbrief.

Judas: Warnung gegen Irrlehrer.

Offenbarung: Eine bildliche Darstellung der Verurteilung des römischen Reichs für die Christenverfolgungen. Prophezeiungen über den Untergang Roms und das Ende der Welt.

Zusammenfassung

Was ist biblisches Christentum? Nach allen diesen Erklärungen sehen wir, dass es große Unterschiede gibt im Verständnis über das Christentum. Grundsätzlich sind sich die meisten Religionsgruppen einig: Jesus von Nazaret ist der Sohn Gottes, der Gesalbte des Herrn und der König aller Gläubigen. In Christus wohnt die ganze Fülle von Gottes Wesen (Kol. 2,9). Jesus gab uns den Schlüssel zur wahren Liebe und zum Willen Gottes. Christsein bedeutet Jesus zu kennen wie er ist, so zu werden wie er und IHN in uns leben zu lassen (Phil. 3,10; Gal. 2,20; 4,19; Eph. 4,13). Christsein bedeutet „im Glauben an den Sohn Gottes“ zu leben (Gal. 2,20). Paulus bekennt (Phil. 1,21): „Leben heißt Christus [dienen] und Sterben ist für mich Gewinn.“ Alles was mir früher ein Gewinn war das ist mir heute zum Verlust geworden erklärt er weiter (Phil. 3,7-9). Denn bei keinem andern ist Rettung zu finden. Jesus Christus ist die einzige Hoffnung für die Menschheit (Apg. 4,12; Joh. 14,6).

Der Hebräerschreiber fast die wichtige Bedeutung Jesu Christi zusammen (Heb. 1,1-3):

„Nachdem Gott vor Zeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hatte durch die Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben aller Dinge und durch den er die Welten geschaffen hat. Er, der Abglanz seiner Herrlichkeit und Abbild seines Wesens ist, der das All trägt mit dem Wort seiner Macht, der Reinigung von den Sünden geschaffen hat, er hat sich zur Rechten der Majestät in den Höhen gesetzt.“

Der Apostel Paulus machte die folgende Zusammenfassung über Jesus (Kol. 1,15-20):

„Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles geschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, ob Throne oder Herrschaften, ob Mächte oder Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Und er ist vor allem, und alles hat in ihm seinen Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, seine ganze Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn das All zu versöhnen auf ihn hin, indem er Frieden schuf durch ihn, durch das Blut seines Kreuzes, für alle Wesen, ob auf Erden oder im Himmel.“

Das griechische Wort „dia“ wird normalerweise mit „durch“ übersetzt und ist eine Präposition. Präpositionen haben die Aufgabe, den von ihnen abhängigen Ausdruck an einen anderen, meist vorausgehenden Ausdruck anzuschließen und eine Beziehung zwischen den Bedeutungen der beiden Ausdrücke herzustellen (Quelle: Duden). Die folgenden Bibelstellen zeigen wie Gnade, Wahrheit, Rettung, Leben, Vergebung, Friede, Gerechtigkeit, Sieg über Tod, Versöhnung „durch“ Jesus kommen (Joh. 1,17; 3,17; 10,9; 14,6; Apg. 10,43; 13,38; 15,11; Röm. 1,5; 5,1.2.9.17-19.21; 8,37; 1. Kor. 15,57; 2. Kor. 3,4; 5,18; Eph. 1,5; 2,18; Phil. 1,11; Kol. 1,20; 1. Thess. 5,9; Heb. 7,25; 1. Joh. 4,9).

Die Bedeutung Jesu wird uns deutlich durch die vielen Namen, Titel, Beschreibungen oder Ausdrücke die wir in der Bibel über ihn finden, einschließlich der Begriff Christus (Mt. 16,16), Gott (Joh. 1,1; 20,28), Sohn Gottes (Joh. 3,16; 20,31; Röm. 1,3), Emmanuel (Mt. 1,23), das Lamm Gottes (Joh. 1,29), das Licht der Welt (Joh. 9,5), Retter (Lk. 2,11; Joh. 4,42), das Wort (Joh. 1,1.14), Alpha und Omega (Offb. 21,6), der gute Hirt (Joh. 10,11), der König der Juden (Mt. 27,37), der Herr (Apg. 2,36), der König der Könige und Herr der Herren (Offb. 19,16), der Herr der Herrlichkeit (1. Kor. 2,8). der Heilige Gottes (Mk. 1,24), der Eck- oder Schlussstein (Eph. 2,20), das Fundament (1. Kor. 3,11), der Hirt der Hirten (1. Petr. 5,4) und der geliebte Sohn (Lk. 3,22; 9,35).

Es ist mein aufrichtiges Anliegen dass durch diese Zeilen jede Leserin und jeder Leser im Glauben an Jesus Christus gestärkt wird. Es gibt nichts zu verlieren aber alles zu gewinnen. Als Jesus einmal eine Rede beendet hatte wandten sich viele Zuhörer von ihm ab. Jesus wandte sich an seine Zwölf und fragte sie (Joh. 6,66-69): „Wollt vielleicht auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens, und wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“ Warum wurden diese Zeilen mit diesen ausgewählten Themen geschrieben? Um die Worte des Apostels Johannes zu gebrauchen (Joh. 20,30-31), „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und dadurch dass ihr glaubt, Leben habt in seinem Namen.“